Studie des FAZ-Instituts
Schröder und Stoiber bei Medien im Stimmungstief

Ein gutes halbes Jahr vor der Bundestagswahl befinden sich die Hauptkonkurrenten in einem deutlichen medialen Stimmungstief.

dpa FRANKFURT/MAIN. Sowohl Kanzler Gerhard Schröder (SPD) als auch Unionskandidat Edmund Stoiber (CSU) werden in den Medien derzeit so negativ bewertet wie nie zuvor seit Jahresfrist, berichtete das "FAZ-Institut" am Freitag vorab aus seinem "Prime Politics Bulletin".

Dem Kanzler schadeten die permanenten Negativthemen wie die Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik, das NPD-Verbotsverfahren, die schlechte Bundeswehrausrüstung, der drohende blaue Brief aus Brüssel oder die Arbeitsamtsaffäre, schreibt das Forschungsinstitut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Spendenaffäre der SPD in Köln war in dem Untersuchungszeitraum bis zum 4. März noch nicht aktuell. Schröder kann sich auch anders als der am besten bewertete deutsche Politiker Joschka Fischer (Grüne) nicht mehr vom Negativ-Image seines "Sorgenkabinetts" (Zitat "Bild"-Zeitung) lösen, meinen die Analysten.

Nach Stoibers Kandidatenkür bröckelte sein vorher positives Medien-Image zunehmend. Sein missglückter Auftritt in der "Meinungsführer-Talkshow" "Sabine Christiansen" leitete eine Image- Talfahrt für den bayerischen Ministerpräsidenten ein. Kritisch beleuchteten die Medien zudem die "Blockadehaltung" Stoibers in der Zuwanderungsfrage und die Inkonsistenz seiner Wahlversprechen. Seinen Imagevorsprung aus der Zeit des internen Wettbewerbs mit CDU-Chefin Angela Merkel konnte Stoiber in der ungleich härteren Auseinandersetzung mit Schröder nicht halten, schreibt das FAZ Institut. -

Zweikampf Schröder-Stoiber

In der Medienwahrnehmung einzelner Politiker und Parteien läuft die Berichterstattung der Untersuchung zufolge immer mehr auf den Zweikampf Schröder-Stoiber beziehungsweise SPD-Union hinaus. Beide Volksparteien sind wie ihre Spitzenvertreter im medialen Stimmungstief, aus dem sich die SPD mit der Berufung des "Reformers" Florian Gerster an die Spitze der Arbeitsverwaltung ein wenig wieder befreit hat. Die kleinen Parteien haben es zunehmend schwerer, überhaupt wahrgenommen zu werden, wobei sich die FDP über das beste Medien-Image freuen kann. Parteichef Guido Westerwelle ist nach Fischer der Politiker mit den besten Noten in den Medien.

Für die quantitative und qualitative Inhaltsanalyse werden sieben führende Tageszeitungen, vier Wochenzeitungen sowie die Hauptnachrichtensendungen von fünf Fernsehsendern ausgewertet.

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