Studie des Weltwirtschaftsforums
Spitzenplatz des Standortes "D" in Gefahr

Deutschland läuft nach Einschätzung des Weltwirtschaftsforums (WEF) Gefahr, in der Rangliste der attraktivsten Wirtschaftsstandorte abzurutschen. Die deutschen Unternehmen gehörten zwar noch zur Weltspitze, doch fehle ein wirtschaftliches Umfeld für nachhaltiges Wachstum, schreibt das WEF in seiner Wettbewerbsstudie 2002-2003, die am Dienstag in Washington veröffentlicht wurde.

HB/dpa WASHINGTON. Wie im vergangenen Jahr erhält das Unternehmensumfeld in Deutschland mit den Marktstrukturen und Institutionen zwar die viertbeste Note unter 80 Ländern. "Es würde mich aber sehr wundern, wenn Deutschland im nächsten Jahr nicht abrutschte, falls dort nichts getan wird", sagte Harvard-Professor Michael Porter, einer der Autoren der Studie. Die ersten Plätze belegen die USA, Finnland und Großbritannien.

"Es gibt zahlreiche Anzeichen, dass Deutschland seine eigene Position unterhöhlt", sagte Porter. "Schwachstellen sind die Ausbildung, die Wettbewerbsverzerrung durch Regierungsinterventionen und die hohe Arbeitslosigkeit. Es scheint keinen politischen Willen zu geben, die Grundprobleme anzugehen. Das ist sehr beunruhigend." Das WEF ist ein Netzwerk für Unternehmer in aller Welt, das durch das alljährliche Weltwirtschaftsforum in Davos bekannt geworden ist.

Beschäftigungspolitik ist zu wenig flexibel

Die Voraussetzungen für einen Wachstumsschub in Deutschland beurteilen die WEF-Ökonomen noch schlechter: Platz 14 belegt die Bundesrepublik bei der Beurteilung der großwirtschaftlichen Wettbewerbslage, immerhin drei Plätze höher als im Vorjahr. Dabei werden unter anderem der Einsatz neuer Technologien und das makroökonomische Umfeld eingeschätzt. In der Beurteilung der in den Augen des WEF starren Lohnverhandlungsmechanismen und wenig flexiblen Beschäftigungspolitik landete Deutschland auf dem vorletzten Platz der 80 Länder. Bei Einkommenssteuer und staatlichen Subventionen landete die Bundesrepublik ebenfalls auf einem der letzten Plätze.

Senkrechtstarter beim Wachstumsindex war Japan, das sich von Rang 29 noch vor Deutschland auf Rang 13 schob. Primus sind auch hier die USA gefolgt von Finnland und Taiwan. Die Schweiz schaffte den Sprung von Platz 15 auf Platz sechs. Als leuchtendes Beispiel stellt das WEF hier die USA heraus. Es verwies auf das Niveau von Forschung und Entwicklung, die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Unternehmen und die Ausbildung im Postgraduiertenbereich.

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