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Studie: Deutsche Banken zunehmend für Finanzinvestoren interessantDPA-Datum: 2004-07-19 13:14:37

(dpa-AFX) Frankfurt - Deutsche Banken werden nach Einschätzung der Unternehmensberatung Pricewaterhousecoopers (PwC) zunehmend das Ziel von Finanzinvestoren wie zum Beispiel Private-Equity-Gesellschaften. Diese machten strategischen Investoren zunehmend Konkurrenz, sagte Henning Heuerding, Partner bei PwC im Bereich Transaction Services, am Montag in Frankfurt.

(dpa-AFX) Frankfurt - Deutsche Banken werden nach Einschätzung der Unternehmensberatung Pricewaterhousecoopers (PwC) zunehmend das Ziel von Finanzinvestoren wie zum Beispiel Private-Equity-Gesellschaften. Diese machten strategischen Investoren zunehmend Konkurrenz, sagte Henning Heuerding, Partner bei PwC im Bereich Transaction Services, am Montag in Frankfurt.

Einer Studie der Unternehmensberatung zufolge werden voll allem mittelgroße Finanzdienstleister in den weiter entwickelten Märkten Europas das Ziel von Übernahmen werden. "Ganz oben auf der Liste stehen die Banken in Deutschland und Italien."

Vor allem auf Deutschland mit seinem dreigeteilten System aus Privatbanken, Sparkassen und Landesbanken sowie Volks- und Raiffeisenbanken mit insgesamt rund 2.000 Instituten kämen große Veränderungen zu. Für die Sparkassen und Landesbanken verschärfe sich die Situation noch durch die entfallende Gewährträgerhaftung.

M & A-Gesamtvolumen IM Finanzsektor 2003 Weiter Rückläufig

Im vergangenen Jahr nahm das Gesamtvolumen bei Fusionen und Übernahmen (M & A) im europäischen Finanzsektor weiter ab. Mit rund 34 Milliarden Euro habe das Transaktionsvolumen etwa ein Viertel unter dem Wert vom Jahr 2002 gelegen, heißt es in der am Montag veröffentlichten PwC-Studie zu Übernahmen und Fusionen im Finanzsektor. Im Vergleich zu 2000 sei dies sogar ein Rückgang um rund 75 Prozent. "Mehr als zwei Drittel des Volumens seien auf inländische Transaktionen zurückzuführen, grenzüberschreitende Deals spielten eine geringere Rolle."

Mit einem Umfang von 16,2 Milliarden Euro entfiel laut PwC fast die Hälfte des gesamten Transaktionsvolumens auf den Bankensektor, gefolgt von der Versicherungsbranche (11,4 Mrd Euro) und der Vermögensverwaltung (2,7 Mrd Euro). Ausschlaggebend für die Fusionen und Übernahmen im Finanzsektor sei 2003 vor allem die anhaltende Umstrukturierung der Branche gewesen, die mit einer Konzentration auf das Kerngeschäft und dem Verkauf von weniger bedeutenden Unternehmenssparten einhergegangen sei. Dieser Trend werde auch in den kommenden Jahren anhalten, sagen die Experten voraus.

Spitzenreiter Sind Grossbritannien UND Italien

Spitzenreiter beim M & A-Volumen sind der Studie zufolge Großbritannien und Italien. Im Jahr 2003 verzeichneten demnach Großbritannien (26 Prozent) und Italien (22 Prozent) nahezu die Hälfte des Gesamtvolumens. Deutschland rangiere mit einem Anteil von 6 Prozent lediglich auf dem fünften Platz.

Die größte Transaktion sei die Fusion der Banksparten der norwegischen DnB Holding mit der Gjensidige NOR Holding im Wert von 2,5 Milliarden Euro gewesen. Den größten grenzüberschreitenden Deal stellte der Kauf der britischen First National Consumer Finance durch den amerikanischen General-Electric-Konzern < GE.NYS > < GEC.ETR > für 1,2 Milliarden Euro dar. Die größte Transaktion in Deutschland war laut PwC der Verkauf der Kundenkreditbank Norisbank durch die Hypovereinsbank < HVM.ETR > an die DZ Bank für 452 Millionen Euro im Juli 2003.

Deutscher Bankensektor MIT Nachholbedarf

Die meisten Transaktionen fanden innerhalb eines Landes statt. Sieben der zehn größten Deals in Europa im Jahr 2003 seien nationaler Art gewesen, berichtete PwC weiter. "Eine schrittweise Transaktion, vorzugsweise auf seinem eigenen Markt, ist für den Investor überschaubarer, bietet ihm einen Heimvorteil gegenüber ausländischen Bietern und ist deshalb weniger riskant", sagte PwC-Partner Daniel Knüsel. "Doch die inländische Konsolidierung der Finanzbranche bildet erst den Auftakt für das bevorstehende Rennen der grenzüberschreitenden Transaktionen."

Die stark fragmentierte deutsche Bankenlandschaft hat im internationalen Vergleich jedoch nach Auffassung Knüsels noch Nachholbedarf bei der nationalen Konsolidierung. "Der Ausbau des Marktanteils, die Restrukturierung und die Konzentration auf den Heimatmarkt werden für deutsche Finanzdienstleister die vorherrschenden M & A-Themen der kommenden Jahre sein."

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