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Studie: Deutsche High-Tech-Unternehmen leiden unter mangelnder Kapitalvergabe

High-Tech-Unternehmen in Deutschland können im internationalen Umfeld nicht wie geplant wachsen, ...

High-Tech-Unternehmen in Deutschland können im internationalen Umfeld nicht wie geplant wachsen, weil sie weder einfachen noch ausreichenden Zugang zu entsprechenden Kapitalquellen haben. Die Folgen: Immer mehr High-Tech-Unternehmen wandern ins Ausland ab, vielen droht die Insolvenz. Das ist das Ergebnis der Studie "Technologiestandort Deutschland - Finanzierung technologiebasierter Unternehmen in Deutschland", die die Corporate Finance Beratung Mummert & Company in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme durchgeführt hat. Befragt wurden Manager von über 700 Unternehmen aus allen wichtigen Technologiebranchen Deutschlands.
Knapp 42% der befragten Unternehmen beurteilen den Standort Deutschland als wenig attraktiv oder gar unattraktiv für technologiebasierte Unternehmen. Einige Gründe: ausgeprägte bürokratische Strukturen, hohe Kosten für qualifizierte Mitarbeiter und eine hohe steuerliche Belastung. Das Kernproblem des Standorts Deutschland sehen zwei Drittel der High-Techs jedoch im unzureichenden Zugang zu Wachstumskapital.
Laut Studie haben nahezu 80% der befragten Unternehmen eine Finanzierungslücke; knapp zwei Drittel davon brauchen mehr als 2 Mio. Euro frisches Kapital, um ihr Geschäft fortzuführen. Andernfalls droht der Konkurs.
Wenn Kapital fließt, dann meist von Finanzinvestoren. Gut 53% der befragten Unternehmen nahmen überwiegend von ihnen Kapital in Anspruch. Weitere knapp 28% machten teilweise von dieser Finanzierungsquelle Gebrauch. Wichtigste Investoren für High-Techs sind klassische Venture Capital-Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften sowie private und strategische Investoren. Banken haben als Kapitalquelle kaum eine Bedeutung, da die Mittelvergabe häufig eher restriktiv gestaltet ist. Öffentliche Förderprogramme werden teilweise genutzt, sind jedoch nicht ausreichend bekannt.
Potenzielle Finanzinvestoren investieren jedoch immer weniger in junge, technologieorientierte Unternehmen. Am Beteiligungskapitalmarkt für junge High-Tech-Unternehmen sind im Jahr 2003 mit 292,4 Mio. Euro nur etwa 20% des Kapitals geflossen, das dort im Jahr 2000 bewegt wurde. Als einen Grund hierfür nennen Finanzinvestoren immer wieder die für sie ungünstigen steuerlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, die das im Juli 2004 verabschiedete "Gesetz zur Förderung von Wagniskapital" allerdings im positiven Sinne entschärfen soll.
Die Studie wird im Rahmen eines Technologietags vorgestellt, der am 24. 11. 2004 in Bremen zusammen mit der Freien Hansestadt Bremen und dem Fraunhofer Institut veranstaltet wird.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 04.11.2004

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