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Studie: Deutscher Mittelstand liegt bei Euro-Umstellung zurück

Die deutsche Wirtschaft hinkt nach einer Studie der europäischen Konkurrenz bei der Umstellung auf den Euro weit hinterher.

dpa BERLIN. Knapp jedes dritte Unternehmen wolle erst zum 1. Januar 2002 auf die neue Währung umstellen, ergab eine nicht repräsentative Umfrage unter 130 000 europäischen Unternehmen, die der Computerhersteller IBM am Donnerstag in Berlin vorstellte. Dies sei die höchste Zahl unter den Euro-Kandidaten. In Portugal wollten ganze 2 % der Befragten bis zum Schluss warten. Vor allem der deutsche Mittelstand sei schlecht vorbereitet. 60 bis 70 % der 3,3 Millionen kleinen und mittelgroßen Firmen seien noch nicht eurofähig. Vorausschauende Unternehmen hätten ihre Buchungssysteme bereits umgestellt oder seien derzeit dabei.

"Das ist sehr riskant", kritisierte IBM Deutschland-Chef Erwin Staudt. Klappe die Umstellung nicht, riskiere das Unternehmen sogar, sich strafbar zu machen. "Es katapultiert sich aber auf jeden Fall aus dem Geschäft." Noch sei es jedoch nicht zu spät, die Umstellung zu schaffen.

Der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, rief die Firmen zum Handeln auf. "Egal, was die Bundesregierung versäumt hat, jetzt ist der Unternehmer dran." Die Unbekümmertheit nach der Jahr-2000-Umstellung und das Verdrängen von Aufwand und Kosten seien die wichtigsten Gründe für den Rückstand. Insgesamt rechnet der Mittelstand mit Kosten zwischen 2 und 3,5 Mrd. DM für die Euro-Umstellung. Die Bundesregierung müsse ihre im europäischen Vergleich unzureichenden Werbeanstrengungen deutlich erhöhen, um den Menschen das neue Geld näher zu bringen, sagte Ohoven.

Die Probleme der Umstellung lägen im Detail, erläuterten die Experten. Computersysteme und-anwendungen müssten angepasst werden. Allein die Frage, ob Preise nach oben oder unten gerundet würden, müsse genau geplant werden, weil dass sonst Geschäfts gefährdend sein könnte, hieß es. Staudt und Ohoven sagten, dass die Bargeld- Einführung von den meisten Unternehmen zu Preiserhöhungen genutzt würden.

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