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Studie: Europäische Mid-Caps auf IFRS-Umstellung noch nicht ausreichend vorbereitet

Bei der Umstellung auf die International Financial Reporting Standards (IFRS), die ab 2005 in der ...

Bei der Umstellung auf die International Financial Reporting Standards (IFRS), die ab 2005 in der Europäischen Union von Konzernen anzuwenden sind, zeichnet sich ein deutlicher Unterschied zwischen großen Unternehmen und den Mid-Caps ab: 83 % der Konzerne mit einer Marktkapitalisierung von mehr als zehn Mrd. Euro haben ihre Projekte zur Umstellung auf IFRS aufgesetzt; 44% von ihnen sind überzeugt, dass alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung stehen, um noch fristgerecht umzustellen. Dagegen hat nur etwas mehr als ein Drittel (35%) der Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von weniger als einer halben Milliarde Euro die Vorkehrungen zur Umstellung auf IFRS abgeschlossen; lediglich 15% sind zuversichtlich, alle notwendigen Ressourcen für eine pünktliche Umstellung rechtzeitig beschaffen zu können. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie International Financial Reporting Standards: Ready for take-off?, eine Bestandsaufnahme von PricewaterhouseCoopers (PwC) unter 266 europäischen Konzernen. Im Zuge der kontinuierlichen Verfolgung der IFRS-Entwicklungen ist dies die vierte gesamteuropäische Untersuchung von PwC innerhalb der letzten vier Jahre. Die Diskrepanz zwischen den großen Gesellschaften und Mid-Caps deutet darauf hin, dass die Umstellung auf IFRS doch schwieriger ist als viele der Befragten angenommen hatten, insbesondere vor dem Hintergrund mangelnder Ressourcen. Die Unterschiede zwischen großen und mittleren Unternehmen lassen sich nur zum Teil dadurch erklären, dass bei letzteren die Vorbereitungen auf die Umstellung weniger komplex sind und sie dadurch einen kurzfristigeren Zeitplan umsetzen können.
Viele Firmen scheinen sich vorrangig auf kurzfristige, taktische Lösungen für den Übergang zu konzentrieren, um rechtzeitig in 2005 die notwendigen Daten bereitstellen zu können. Strategische Lösungen, um IFRS in Vorgänge und Prozesse der Unternehmen vollständig einzubinden, werden derzeit hintan gestellt. Zwar hat ein Drittel der großen Konzerne (33 %) bereits jetzt damit begonnen, IFRS in die interne Berichterstattung an Geschäftsführung und Vorstand zu implementieren, aber nur 12% der Mid-Cap-Unternehmen haben diese Ziellinie bislang überquert. Immerhin gibt es von den befragten deutschen Unternehmen Positives zu berichten: In Deutschland - ebenso wie in Finnland und in der Schweiz - sind die Vorbereitungen zur Umstellung offensichtlich weiter vorangeschritten als in anderen Ländern. Dies hängt offenbar damit zusammen, dass in diesen Ländern viele Unternehmen bereits nach IFRS bilanzieren und daher die Diskussion und das Problembewusstsein für die IFRS-Umstellung ausgeprägter ist als in anderen europäischen Ländern. Zudem kann hier auch auf mehr Ressourcen mit Erfahrungen in IFRS zurückgegriffen werden.
Die Studie ist abrufbar unter: http://www.pwcglobal.com/gx/eng/about/svcs/corporatereporting/ReadinessSurvey04.pdf

Quelle: FINANZ BETRIEB, 16.12.2004

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