Studie „European Strategy“ der Société Générale
Zyklische Unternehmen sind 2001 am profitabelsten

Welche europäischen Unternehmen werden ihren Aktionären im kommenden Jahr die höchste Rendite einbringen? Mit dieser Frage befasst sich die Studie „European Strategy“ der Société Générale.

hen FRANKFURT/M. Welche europäischen Unternehmen werden ihren Aktionären im kommenden Jahr die höchste Rendite einbringen? Mit dieser Frage befasst sich die Studie "European Strategy" der Société Générale (SG).

Alain Bokobza, Chef-Stratege für europäische Aktien bei der SG ist grundsätzlich optimistisch: Aktien seien derzeit generell günstig bewertet. Einer der Gründe sei der Kursverfall der vergangenen Monate. Gleichzeitig prognostiziert er europäischen Unternehmen in den kommenden zwei Jahren immer noch ein Gewinnwachstum von 12 % gegenüber 18 % in diesem Jahr. Zudem seien die Renditen von Anleihen gesunken, was Aktien bei gleichem Preis relativ attraktiver macht.

Bokobza erwartet, dass der Ölpreis zunächst weiter nachgeben wird. Auch geht er davon aus, dass die US-Notenbank die Leitzinsen senken wird. Er hält eine Senkung um je 25 Basispunkte im zweiten, dritten und vierten Quartal 2001 für realistisch. Zudem vertritt er die Ansicht, dass es zu einem langsamen Abkühlen des Wirtschaftswachstums kommen werde, nicht zum gefürchteten "hard landing".

Vor diesem Hintergrund hält Bokobza die derzeitige Bewertung von Aktien in Europa für verzerrt. "Defensive" Branchen wie Pharma, Versicherer und Kosmetik- und Lebensmittelhersteller seien überbewertet. Ihre Aktienkurse wären nur gerechtfertigt, wenn man von einem abrupten Abbrechen des Wirtschaftswachstums ausgehe.

Minengesellschaften attraktiv

Dagegen seien die Aktien von Unternehmen zyklischer - also stark konjunkturabhängiger - Branchen wesentlich billiger als im historischen Vergleich. In verschiedenen Vergleichsrechnungen identifiziert er die attraktivsten Titel: Chemie, Baumaterialien und Zement, Stahl und Minengesellschaften.

Bei den europäischen Telekom-Gesellschaften rät Bokobza zu Vorsicht. Im neuen Jahr sei bei mehreren Unternehmen ein Börsengang ihres Mobilfunk-Bereichs und des Internet-Service-Providers (ISP) geplant. "Dadurch bekommen die Telekom-Unternehmen immer mehr den Charakter einer Holding. Und die werden traditionell mit einem 10- bis 50-prozentigen Abschlag gehandelt". Er rate deshalb dazu, die Aktien der Tochterunternehmen zu kaufen. Daher empfehle er neben ISPs auch Titel des produzierenden Gewerbes und der Software- und Medienbranchen.

Für den, der sich entscheidet, in Zykliker zu investieren, hat Bokobza einen weiteren Rat: "Die Daten der vergangenen Jahre zeigen, dass sich zyklische Unternehmen mit internationaler Ausrichtung bei sinkenden Kapitalmarktzinsen besser entwickeln als solche mit europäischem Schwerpunkt."

An Einzelwerten empfiehlt er unter anderem BASF, Holderbank (Grund: unterbewertet, hoher Ölverbrauch), Anglo American, Usinor, Rio Tinto (hoher Energieverbrauch), Atlas Copco, Schneider Electric (Aktien günstig) Alcatel, Nokia, STMicroelectronics (Aktien günstig, jedoch mit schlechten Aussichten beim Gewinn). Speziell für Europa sieht Bokobza weitere Chancen, sollte der Euro erstarken. Dann würden Investoren europäische Werte wieder stärker gewichten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%