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Studie: Fundraising deutscher Private Equity-Gesellschaften

Deutsche Private Equity-Gesellschaften verstärken ihre Fundraising-Aktivitäten und planen in den ...

Deutsche Private Equity-Gesellschaften verstärken ihre Fundraising-Aktivitäten und planen in den nächsten Monaten die Auflage zahlreicher neuer Fonds. Das geht aus der am 29. 9. 2004 vom Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), Berlin, veröffentlichten Studie "Fundraising 2004“ hervor. Insbesondere die Frühphasen-orientierten Venture Capital-Gesellschaften leiden danach an fehlendem Kapitalzufluss für neue Fonds. Die Situation habe sich über die Jahre verschärft und zwinge heute zahlreiche Gesellschaften, ihre Fundraising-Aktivitäten zu forcieren. Das Kapitalangebot von Seiten der Investoren sei aber, weiterhin begrenzt. Deutschland habe weiterhin infolge einiger ungünstiger Rahmenbedingungen deutliche Standortnachteile gegenüber anderen europäischen Ländern und den USA. Für die Studie befragte der BVK im August 2004 seine Mitglieder sowie weitere deutsche Beteiligungsgesellschaften nach ihrer Einschätzung der aktuellen Fundraising-Situation. 108 Gesellschaften, darunter unabhängige Private Equity-Gesellschaften, die eigene Fonds auflegen, abhängige Beteiligungsgesellschaften (Captives) und Gesellschaften mit Evergreen-Fonds, nahmen an der Befragung teil.
Eine Vielfalt von Gründen hat in den letzten Jahren zu großer Zurückhaltung bei institutionellen Investoren geführt. Zu nennen sind hier die international nachteiligen steuerlichen Rahmenbedingungen, die schlechte wirtschaftliche Konjunkturlage sowie Verlustgeschäfte der Investoren im Asset Management. Aktuelle Haupthindernisse für das Fundraising sehen die befragten Gesellschaften vor allem in Vorbehalten gegenüber dem Investitionsstandort Deutschland und der Anlageklasse Private Equity. Ebenfalls genannt werden die steuerlichen Rahmenbedingungen sowie der Informationsmangel und die Unkenntnis auf Seiten der Investoren.
Die seit Jahresende 2003 erreichten Fortschritte bei den steuerlichen Rahmenbedingungen - BMF-Schreiben zur steuerlichen Behandlung von Private Equity-Fonds, zur Umsatzbesteuerung der Management Fee und die Einführung des Halbeinkünfteverfahrens bei der Besteuerung des Carried Interest - bewertet die überwiegende Mehrheit der Gesellschaften jedoch als eine deutliche Verbesserung der Fundraising-Bedingungen in Deutschland. Sie werden aber nicht in jedem Fall als entscheidender Auslöser für das eigene Fundraising gesehen. Die jüngsten steuerlichen Regelungen für Private Equity-Fonds würden zwar positiv gesehen, ihr Einfluss auf das Fundraising der einzelnen Gesellschaften werde aber derzeit noch eher verhalten eingeschätzt.
Dennoch haben die meisten der mit externen Investoren zusammenarbeitenden Gesellschaften mit dem Fundraising schon begonnen bzw. planen die Auflage neuer Fonds. Von 55 auf externes Fundraising angewiesenen Gesellschaften haben 19 Gesellschaften bereits die Kapitalbeschaffung gestartet. Weitere 5 Gesellschaften wollen noch in 2004 beginnen, 21 Gesellschaften planen den Start für 2005, davon 11 im ersten Quartal des kommenden Jahres. Das Spektrum der neuen Fonds reicht vom spezialisierten Early stage-Fonds über gemischte Fonds bis zu Buy out-Fonds. Der Schwerpunkt liegt mit 27 neuen Fonds im Venture Capital-Bereich, davon 17 Early stage-Fonds. Dem gegenüber stehen 12 Buy out-Fonds und 6 weitere Fonds ohne speziellen Fokus.
Auf Basis der Untersuchungsergebnisse schätzt der BVK den Kapitalbedarf (geplantes Anlagevolumen) der befragten Private Equity-Gesellschaften, ohne pan-europäische Fonds, auf fast 5 Mrd. €.
Überwiegend positiv bewerten die befragten Gesellschaften die Aktivitäten der öffentlichen Hand als Kapitalgeber für Private Equity-Gesellschaften. Hierzu zählen die verschiedenen Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der tbg sowie die Aktivitäten der Bundesländer. Mehr als die Hälfte der befragten Gesellschaften bewertet das öffentliche Angebot den Notwendigkeiten des Marktes angepasst. Einige sehen jedoch noch Handlungsbedarf, vor allem im Early stage-Bereich. Im Venture Capital-Bereich trauen die Gesellschaften dem zu Beginn des Jahres 2004 gegründeten ERP/EIF-Dachfonds einen positiven Impuls für kapitalsuchende Fonds zu. Die große Mehrheit sieht in dem Dachfonds eine Verbesserung für das Fundraising von Venture Capital-Fonds.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 05.10.2004

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