Studie
Immer mehr Jugendliche neigen zu Alkohol-Exzessen

ap BIELEFELD. Immer mehr Jugendliche in den europäischen Ländern neigen zu Alkohol-Exzessen an Wochenenden oder zu bestimmten Anlässen, wie eine am Freitag veröffentlichte Studie der Universität Bielefeld ergab. In Deutschland gaben 36 % der jungen Männer und 31 % der jungen Frauen an, im vergangenen Jahr mindestens zwei alkoholische Rauscherlebnisse gehabt zu haben.

Die häufigsten Exzesse erleben die Jugendlichen aus Dänemark und England, bei denen die 15-Jährigen zu über 70 % berichten, sich im vergangenen Jahr schon mindestens zweimal betrunken zu haben. Die Jungen geben solche Exzesse weit häufiger an als Mädchen.

"In fast allen europäischen Ländern wird Alkohol inzwischen wie eine Freizeitdroge genutzt, mit der schnell ein Rauschzustand erreicht werden soll", erklärte der Bielefelder Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann. Die traditionell Wein trinkenden Länder Italien, Schweiz, Griechenland, Portugal und Frankreich liegen am Ende der Skala. Aber auch in diesen Ländern, so zeigt die international vergleichende Studie, rückt die junge Generation von den alten Mustern ab, Alkohol als Genussmittel zu Mahlzeiten zu konsumieren.

Auch in den so genannten Weinländern würden immer mehr Bier, Spirituosen und neue "Alcopop-Produkte" bevorzugt, hieß es in der Studie. Dabei komme es auch zur Kombination mit anderen legalen Drogen wie Zigaretten und Arzneimitteln sowie mit illegalen Substanzen, besonders Partydrogen mit Amphetamingehalt, erklärte Hurrelmann.

Grundlage der Studie ist eine Erhebung in 24 europäischen Ländern zur Nutzung legaler und illegaler Drogen bei Jugendlichen. In allen Ländern wurden nach Angaben der Forscher im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation jeweils 4 500 Schülerinnen und Schüler ausführlich befragt.



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