Studie
Internet noch keine Konkurrenz für das Reisebüro

Laut einer Studie ist das Interesse am Buchen per Mausklick weitaus geringer als bislang immer wieder prognostiziert wurde.

Reuters BERLIN. Das Internet ist in der Touristik noch weit davon entfernt, zu einer echten Konkurrenz für die Reisebüros zu werden. Nach einer zur Internationalen Tourismus-Börse (ITB) fertig gestellten Studie der Marktforscher von Fittkau & Maaß in Hamburg ist das Interesse am Buchen per Mausklick weitaus geringer als bislang immer wieder prognostiziert wurde.

Befragt wurden den Angaben zufolge knapp 100 000 deutschsprachige Internetnutzer. Mehr als die Hälfte von ihnen habe noch nie eine Reise im Netz gebucht, sagte die Autorin der Studie, Susanne Fittkau, am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Lediglich 5,6 Prozent der Befragten hätten häufiger als zehn Mal per Mausklick ihre Reise reserviert. Die Erwartungen an das Online-Geschäft seien zu hoch gewesen. Das Internet werde vor allem zur Information über Urlaubsreisen genutzt. Fittkau will die Ergebnisse ihrer Studie am Montag auf der ITB präsentieren.

Online-Buchungen auf niedrigem Niveau

Die Studie bestätigte den wiederholt festgestellten Trend, dass am ehesten Hotelzimmer, Flug- oder Bahntickets online bestellt werden. Jeder fünfte Nutzer hat demnach schon einmal elektronisch ein Zimmer reserviert. Bei Sport-, Bildungs- oder Abenteuerreisen spiele das Online-Geschäft dagegen so gut wie keine Rolle. "Die Entwicklung ist langsamer vorangegangen als erhofft", stellte Fittkau fest. Große Reiseveranstalter wie die zum Preussag-Konzern gehörende TUI oder Thomas Cook hatten in den vergangenen Wochen zwar von erstmals deutlich steigenden Online-Buchungszahlen gesprochen, allerdings auf einem bislang noch niedrigen Niveau.

Für die Skepsis gegenüber der Buchung per Internet gebe es eine Reihe von Gründen, sagte Fittkau. So hätten 36,9 Prozent der Nutzer kein passendes Angebot im Netz gefunden. 27 Prozent bemängelten die fehlende Beratung, fast ebenso viele misstrauten der Sicherheit beim Bezahlen im Internet. Außerdem hätten unübersichtliche Web-Seiten die Kunden vergrault. "Das Käuferverhalten richtet sich sehr nach den Gewohnheiten", sagte die Expertin. Wer üblicherweise im Reisebüro buche, wechsle nicht ohne weiteres ins Internet.

Touristik auf Rang vier

Mittelfristig erwartet Fittkau ein anhaltendes, aber langsames Wachstum für das Online-Geschäft mit Reisen. Die Qualität der Web-Seiten verbessere sich zum Beispiel durch Kooperationen von Online-Diensten und Reiseveranstaltern. Der größte Anteil der Reisen wird Fittkau zufolge aber auch künftig in einem der derzeit noch gut 20 000 deutschen Reisebüros gebucht. Das Internet könne aber als Kanal dienen, der potenzielle Urlauber zu ihrem Angebot führe. Als Informationsmedium für Reiselustige spiele das Internet schon eine wichtige Rolle. Doch liegt die Touristik der Studie zufolge hinter Nachrichten, Computerthemen und Musik bei redaktionellen Web-Seiten erst auf Rang vier der Beliebtheitsskala der Surfer.

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