Studie
Mit dicken Fliegen gegen die Fettleibigkeit

An dicken Fliegen können möglicherweise schon bald neue Therapien gegen Fettleibigkeit beim Menschen entwickelt werden. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Max-Planck- Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen auf Grund ihrer Forschungen an der Taufliege Drosophila.

HB/dpa GÖTTINGEN. Es gebe erste Hinweise darauf, dass grundlegende Mechanismen der Regulation des Fettgleichgewichts bei den Fliegen und beim Menschen ähnlich seien, teilte das Institut am Mittwoch mit. Wenn sich dies bestätige, könnten an Fliegen neue Anti-Fett-Therapien getestet werden. Bei der Taufliege Drosophila werde Fett genauso wie bei Säugetieren in Form von Fett-Tröpfchen in den Zellen eingelagert, berichtete der für die Studie verantwortliche Wissenschaftler Ronald Kühnlein. Diese Fett-Tröpfchen sind von einer Membran umschlossen. Durch Untersuchungen an Säugetieren sei bereits bekannt gewesen, das sich spezielle Eiweißstoffe an dieser Membran anlagern und so das Gleichgewicht zwischen Fetteinlagerung und Fettmobilisierung maßgeblich beeinflussen.

Säugetiere, denen der spezielle Eiweißstoff Perilipin fehlte, speicherten selbst bei sehr fettreicher Ernährung nur wenig Fett, berichtete Kühnlein. Seine Arbeitsgruppe habe jetzt nachgewiesen, dass Lsd2, ein Verwandter des Perilipins, bei Drosophila ähnliche Effekte auslöse. Fliegen, die auf genetischem Weg dazu gebracht wurden, kein Lsd2 zu bilden, lagerten wenig Fette ein. Ganz anders ihre Artgenossen, bei denen Lsd2 auf genetischem Weg überaktiviert wurde: Sie wurden dick und fett.

Noch seien weitere Untersuchungen erforderlich, um zu klären, ob dicke Fliegen tatsächlich als Modellsystem für menschliche Fettstoffwechsel-Erkrankungen dienen können, erklärte Kühnlein.

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