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Studie: New Economy rückt dauerhaftes Wachstum in Reichweite

Die Dresdner Bank geht von einem 3%igem Wachstum aus.

dpa-afx BERLIN. Der expansive Einfluss der New Economy könnte nach einer neuen Studie in Deutschland wie in den USA ein lang anhaltendes, inflationsfreies Wirtschaftwachstum einleiten. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der Dresdner Bank , die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Für die neue Wirtschaftstheorie sei "das Textbuch noch nicht geschrieben", sagte Chefvolkswirt Klaus Friedrich. Es gebe jedoch wenig Zweifel, dass sich die amerikanische Entwicklung zeitverzögert in der Bundesrepublik durchsetzen werde. Schon der jetzige Aufschwung sei keineswegs allein exportbedingt.

Für Deutschland erwartet die Dresdner Bank in diesem Jahr jetzt ein Wachstum von 3,0 Prozent und 2001 dann 3,3 Prozent. Danach werden bis 2005 ungefähr drei Prozent angenommen. Die Zahl der Arbeitslosen könnte bis 2005 um jährlich 300.000 bis 400.000 zurückgehen. Damit würde dann der Höchststand von 1997/98 halbiert.

Zukunftsbranche ist mit Abstand "Information und Telekommunikation"

Das Marktvolumen der den Strukturwandel treibenden Zukunftsbranchen wird für Westeuropa auf 921 Mrd. Euro geschätzt. Es soll bis 2010 auf fast 1.945 Mrd. Euro expandieren. Den größten Anteil hat derzeit der Markt für Information und Telekommunikation mit 520 Mrd. Euro, gefolgt von Verkehr und Logistik mit 370 Mrd. Euro. Auf Automatisierung und neue Werkstoffe entfallen 25 Mrd. Euro und auf Bio- und Gentechnologie sechs Milliarden Euro.

Die "Querschnittsfunktionen" dieser Sektoren gingen weit über das Gewicht der eigenen Wertschöpfung hinaus, weil sie in allen anderen Wirtschaftsbereichen zur Vernetzung drängten. Vom starken Wachstum der Zukunftsbranchen profitierten auch die traditionellen Zweige, heißt es in der Studie. So werde die Produktion von Industriegütern immer stärker mit der New Economy verflochten. Derzeit vereinigten die neuen Branchen knapp zehn Prozent der gesamten Wertschöpfung auf sich. In zehn Jahren sollen es fast 15 Prozent sein.

Der Anteil der Dienstleistungen in der deutschen Wirtschaft werde von heute 68 Prozent auf gut 72 Prozent (2020) steigen. Die grundlegende Umstellung der Geschäftsprozesse auf E-Business werde den Höhepunkt vermutlich erst in den zweiten Hälfte des laufenden Jahrzehnts erreichen. Die Industrie werde an Gewicht, nicht aber an Bedeutung verlieren, hieß es. Ihr Anteil dürfte auf lange Sicht mit etwa 22 Prozent an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung eine Art "untere Schallmauer" erreichen. Derzeit sind es 28,5 Prozent. Wegen des zunehmenden Outsourcings und wachsenden Beratungsbedarfs werde der Sektor Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister kräftig zulegen - von jetzt 25,4 Prozent bis 2020 auf 37,5 Prozent.

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