Studie offenbart Nord-Süd-Gefälle in Europa
Defizit bei Risikovorsorge deutscher Mittelständler

Mittelständler in Deutschland sind risikobewusst, verfügen aber im europäischen Vergleich nur über ein durchschnittliches Absicherungsniveau.

HB/cd FRANKFURT/M. So lautet die zentrale Aussage der nicht repräsentativen Umfrage "Risikomanagement in Europa", die der Versicherungsmakler Marsh bei 600 Unternehmen mit Umsätzen von 50 bis 500 Mill. Euro durchführen lies. Befragt wurden im zweiten Halbjahr 2001 je 100 Unternehmen in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien.

"Risikomanagement hat offensichtlich eine Menge mit geografischen und kulturellen Unterschieden zu tun", sagt Hans-Peter Klassen, Marsh-Geschäftsführer in Deutschland. Die Spanne reiche von sehr risikobewusst und vorsorgend im Norden bis zu tendenziell sorglos und "fatalistisch" im Süden Europas. So zeigten britische und belgische Manager eine hohe Sensibilität gegenüber Risiken und seien überdurchschnittlich darauf vorbereitet. Das entgegengesetzte Bild zeige sich mit einem Absicherungsniveau von 35 % in Italien und 25 % Spanien. Deutschland finde sich im Mittelfeld: Zwar gaben Manager hier am häufigsten eine Risikostrategie und deren Überprüfung an. Allerdings habe weniger als die Hälfte aller befragten Unternehmen ein offizielles Verfahren für die Handhabung von Risiken.

Bei der Risikobetrachtung würden grundsätzlich alle Kosten betrachtet, die durch Risiken und deren Bewältigung entstehen könnten, sagt Petra Pöschl, Beraterin im Bereich Risk Consulting bei Marsh. "Für das Ergebnis sei es schließlich unerheblich, ob ein Unternehmen sich bei einer Währungsabsicherung verspekuliert oder eine Maschine ausfällt."

Trotz Risikobewusstsein zeigte sich Unwissen deutscher Mittelständler beim Thema Risiko: Zwei von fünf Befragten wussten nicht, ob und in welchem Umfang ihr Unternehmen signifikante Schäden in besonders risikorelevanten Bereichen treffen. Als bedeutenste Risiken bewerten deutsche Mittelständler das Versagen der IT-Sicherheit, den Verlust wichtiger Mitarbeiter an die Konkurrenz und zunehmenden Wettbewerb. Europaweit stuften die Befragten steigenden Wettbewerb als Top-Risikofaktor ein, gefolgt vom Verlust wichtiger Mitarbeiter an die Konkurrenz und veränderten Kundenbedürfnissen.

Quelle: Handelsblatt

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