Studie sagt Auslagerung von 130.000 IT-Arbeitsplätzen in Billiglohnländer voraus
Programmiert wird in Asien

Die IT-Branche ist von Abwanderungen der Arbeit bedroht. Der Arbeitsplatz jedes fünften Computerexperten in Deutschland ist bedroht.

hiz DÜSSELDORF. "Offshoring" klingt eigentlich nicht bedrohlich. Dahinter steht allerdings das Bestreben von Unternehmen der Informationstechnik, ihre Entwicklungsarbeiten im billigeren Ausland erledigen zu lassen. Eine Studie der deutschen Management-Beratungsfirma A.T. Kearney dokumentiert, dass in Deutschland 130 000 Arbeitsplätze in den nächsten drei Jahren verloren gehen, dass wäre jeder fünfte Arbeitsplatz in der IT-Branche. Wenn keine Gegenmaßnahmen getroffen werden, befürchten die Marktforscher, dass niedrig qualifizierte Tätigkeiten demnächst in Billiglohnländern ausgeführt werden. Die Branche verspricht sich davon Einsparungen in der Höhe von rund 2 Milliarden Euro.

Mit diesen Planungen gehen die deutschen Unternehmen in gleiche Richtung, wie die Anbieter aus den USA. Während hier etwa 5 Prozent der IT-Dienstleistung im Ausland erbracht wird, werden in den USA mittlerweile 20 % der Budgets außerhalb des Landes erbracht. Wenn die Prognosen der Studie Realität werden, erreicht die deutsche Industrie bald das gleiche Niveau. Es zeichnet sich ein Trend ab, Software-Programmierung, Betrieb von Rechenzentren oder Wartungsdienste verstärkt in Länder wie Indien oder China zu verlagern. Für Europäische Länder sind natürlich auch die Länder des ehemaligen Ostblocks attraktiv, die gut ausgebildete Kräfte mit niedrigem Lohnniveau anbieten.

Als Grund nennen die Befragten knappe Budgets und wachsende Sparzwänge. Fast alle IT-Unternehmen denken demnach über Offshoring nach, wobei bei 20 Prozent schon konkrete Pläne in den Schubladen liegen. Getrieben wird diese Entwicklung durch eine mögliche Kosteneinsparung von bis zu 50 Prozent. Dazu kommt, dass Dienstleistungsanbieter aus Billiglohnländern versuchen, in Deutschland ihr Geschäft auszubauen und sich als Partner zu etablieren. Als Gegenstrategie fordern die Marktbeobachter, die Ausbildung der Informatiker zu verbessern. Die heutigen Studieninhalte sind zum großen Teil deckungsgleich mit den Ausbildungen in potenziellen Offshoring-Ländern, die hier kaum noch gefragt werden. Die Experten raten deshalb zu einer stärkeren Fokussierung auf eine innovationsorientierte interdisziplinäre Informatikausbildung, die auch Managementfähigkeiten integriert.

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