Studie soll inflationäre Noten-Vergabe belegen
Studenten erhalten zu gute Noten

Deutschlands Hochschulen zensieren einer Studie zufolge sehr milde. Examens-Durchschnittsnoten von 1,9 und besser seien in vielen Fächern üblich, berichtet das in Köln erscheinende Wirtschaftsmagazin "Capital" (Mittwoch) unter Berufung auf eine noch nicht veröffentlichte Studie des Wissenschaftsrates.

HB/dpa KÖLN. Biologen erhielten im Bundesdurchschnitt gar eine 1,3. Ähnlich werde in anderen Naturwissenschaften und den Geisteswissenschaften bewertet. Einzig die Jura-Professoren sind laut Studie strenger: Der Mittelwert liege hier bei 3,3.

Auch zwischen den einzelnen Hochschulen besteht demnach ein starkes Gefälle. So lagen etwa die durchschnittlichen Prüfungsnoten der 100 größten deutschen Wirtschaftsfakultäten zwischen 1,4 (Volkswirtschaft Bielefeld) und 3,1 (Wirtschaftswissenschaft Hohenheim). Der bundesweite Schnitt für die Diplomstudiengänge BWL, VWL und Wirtschaftswissenschaften lag bei 2,4. Besonders gut schnitten Ökonomen auch an der Uni Oldenburg ab: Im Fach BWL bekamen von 54 Kandidaten nur zwei ein "befriedigend", die Note "ausreichend" gab es gar nicht. Mehr als ein Drittel erreichte ein "sehr gut", der Zensurendurchschnitt betrug 1,6.

Noch großzügiger wird an den Fachhochschulen bewertet: Der Schnitt in BWL lag bundesweit bei 2,0 - in Reutlingen sogar bei 1,5. Dagegen ist die TU Dresden eine strenge Ausnahme unter den Hochschulen: Hier wurde gar kein "sehr gut" vergeben, der BWL-Durchschnitt lag bei nüchternen 3,1.

"Wenn Einsen und Zweien gehäuft auftreten, weist das meistens darauf hin, dass den Prüflingen das Examen leicht gemacht wird", kritisiert der Autor der Studie, Friedrich Tegelbekkers, die großzügige Verteilung guter Noten. Allerdings könne sie auch bedeuten, "dass die Studienbedingungen besonders gut sind", räumt der Experte ein.

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