Studie
Trotz Arbeitslosigkeit fehlen Arbeitskräfte

Immer mehr Firmen klagen nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern trotz der hohen Arbeitslosigkeit über einen Mangel an Arbeitskräften.

dpa NÜRNBERG. Allein im Jahr 2000 seien bundesweit rund 400 000 Arbeitsplätze unbesetzt geblieben, weil Firmen keine oder nicht die geeigneten Kräfte dafür gefunden hätten, berichtete das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer aktuellen Studie. Das zur Bundesanstalt für Arbeit (BA) gehörende Institut beruft sich dabei auf eine repräsentative Betriebsbefragung im Jahr 2000.

Der Untersuchung zufolge musste im Vorjahr in Westdeutschland jeder sechste Betrieb Aufträge ablehnen, weil es an Personal fehlte; in Ostdeutschland war es nach IAB-Erkenntnissen jeder 16. Betrieb. Am stärksten machte der Arbeitskräftemangel Firmen in Baden-Württemberg zu schaffen. Dort führten 18 % der Befragten "Aktivitätshemmnisse" auf einen Arbeitskräftemangel zurück, gefolgt von Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit jeweils 17 %. Die wenigsten Klagen kamen mit 4 % aus Mecklenburg-Vorpommern.

Branchenbezogen setzt der Kräftemangel neben der Land- und Forstwirtschaft (29 %) vor allem wirtschaftsnahen Dienstleistungsunternehmen (28 %) zu. In der Verkehrs- und Nachrichtenübermittlungs-Branche sehen 22 % der Firmen im Personalmangel ein Wachstumshindernis. 21 % sind es bei konsumnahen Dienstleistungen und 14 % im verarbeitenden Gewerbe. Gemessen an der Betriebsgröße sind es meist Mittelständler, die vergeblich nach geeigneten Mitarbeitern suchen.

Das Institut die Unternehmen forderte, freie Stellen in noch stärkerem Umfang den Arbeitsämtern zu melden. Im Jahr 2000 hätten Unternehmen die Arbeitsämter nur über 484 000 der insgesamt 1,456 Mill. freien Stellen informiert. Vor allem in Schlüsselsektoren sollten die Anstrengungen verstärkt werden, freie Stellen mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Häufig sei mit der Besetzung dieser Stellen die Schaffung weiterer Arbeitsplätze verbunden.

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