Studie über europäische Versicherungsgesellschaften
Aktien deutscher Versicherer sind reif für Gewinnmitnahmen

Eine Banken-Studie über europäische Versicherungsgesellschaften ergab: Die ZurichAllied-Aktie ist zu billig, die der Allianz zu teuer.

ro DÜSSELDORF. Die ZurichAllied-Aktie ist zu billig, die der Allianz zu teuer. Dies ergab eine Untersuchung europäischer Versicherungswerte durch das Londoner Bankhaus Schroder Salomon Smith Barney (SSSB). Auf Grund des derzeitig niedrigen Kurses von Zurich Allied bewerten die Analysten das Papier mit "buy". Für die nächsten sechs bis zwölf Monate geben sie ein Kursziel von 1 050 sfr an. Gegenüber dem aktuellen Kurs wäre dies etwa ein Viertel mehr.

Die Aktien der Allianz stuft SSSB von "neutral" auf "underperform" herab. Mit ihrem derzeitigen Kurs sei die Versicherungsaktie deutlich überbewertet. Ihr angemessener Preis liege ungefähr bei 355 ". "Investoren sollten vereinzelt Gewinne mitnehmen, besonders bei den großen deutschen Versicherungen", sagt Andrew Pitt, der Koordinator der Untersuchung. Innerhalb des Versicherungssektors sollten sie Aktien umschichten, vor allem deutsche Papiere in solche aus der Schweiz. Lohnend seien neben Zurich Allied die Anteilsscheine von Schweizer Rück. Aber auch Irish Life sowie Royal & Sun Alliance seien Papiere mit Potenzial.

Aktien von Zurich Allied werden voraussichtlich bis Mitte Oktober in Aktien der ZFS Zurich Financial Services umgetauscht. Bislang wird ZFS von der schweizerischen Zurich Allied und der britischen Allied Zurich gehalten, die beide einzeln an der Börse notiert sind. Vom 17. Oktober an soll es mit ZFS eine gemeinsame Aktie geben. Die Kaufempfehlung der Analysten von Schroder Salomon Smith Barney wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Schweiz bleibt interessanter Sitz für Versicherungskonzerne

Knapp vier Wochen nach ihrem Jahreshoch sind die Aktien von Zurich Allied ständig gefallen. Die Märkte bestrafen damit das Verhalten von Unternehmenschef Rolf Hüppi, der die Halbjahreszahlen durch eine neue Definition des Anlageerfolgs künstlich geschönt hat. Dennoch sei das Unternehmen - ebenso wie die Schweizer Rück - einer der Marktführer des Landes. Und der Markt werde sich in den nächsten Jahren stabil entwickeln. Die Schweiz bleibe auch aus steuerlicher Sicht ein interessanter Sitz für Versicherungskonzerne.

Deutschland wird aus Sicht von SSSB zu stark von der Allianz dominiert. "Allianz wurde das ganze Jahr über völlig unkritisch gesehen", sagt Andrew Pitt. Das Management müsse den hohen Preis für die Aktie erst einmal rechtfertigen. Bislang habe sich der deutsche Versicherungsmarkt kaum konsolidiert - im Gegensatz zum übrigen Europa. Auch Lebensversicherer seien jahrelang nur langsam gewachsen. Erst die anstehende Reform der privaten Altersvorsorge könne der Branche wieder einen Schub verschaffen. Aber wann das so weit sein könnte, bliebe reine Spekulation.

Generell haben nach Angaben von SSSB die europäischen Versicherungswerte ihr Tief vom März überwunden. Seitdem legten sie um durchschnittlich 22 % zu. Eine weitere Steigerung sei aber von den fundamentalen Daten zurzeit nicht gedeckt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%