Studie über Marktsegmente für Börsenneulinge

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Studie über Marktsegmente für Börsenneulinge

Nach dem Zusammenbruch des Neuen Markts hat das Interesse kleiner und mittlerer Unternehmen an ...

Nach dem Zusammenbruch des Neuen Markts hat das Interesse kleiner und mittlerer Unternehmen an einem Börsengang spürbar nachgelassen, so eine Meldung der FAZ vom 20. 11. 2003. Das sei in vielen Fällen jedoch zu Unrecht geschehen, heißt es bei Grant Thornton, einem weltumspannenden Netzwerk von Wirtschaftsprüfern und Unternehmensberatern. Man müsse nur darauf achten, den richtigen Marktplatz zu finden, und dies müsse nicht immer im Land des Firmenstandorts sein. Hierzu hat die Organisation die Studie "Global New Market Guide 2003" angefertigt.
Der Studie zufolge gab es - nach dem allgemeinen Börseneinbruch - Ende des vergangenen Jahres 44 spezielle Marktsegmente für Börsenneulinge, davon 27 in Europa, 12 in Südostasien, 3 in Amerika und 2 in Afrika, die allesamt vorgesehen sind für junge, kleine Unternehmen mit hohem prognostiziertem Wachstum und überwiegend technologieorientierter Ausrichtung. Für Grant Thornton waren dabei Marktplätze interessant, die mehr als 30 Unternehmen gelistet haben, älter als ein Jahr sind, eine Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde Dollar aufweisen und nicht zur Schließung anstehen. Nur 11 der 44 New Markets erfüllen diese Kriterien.
Nasdaq (USA) und Kosdaq (Süd-Korea) sind am liquidesten, am erfolgreichsten hinsichtlich neuer Listings sind GEM (Hongkong), Kosdaq und AIM (Großbritannien). Den größten Erfolg beim Versuch, ausländische Investoren anzuziehen, verbuchten Nasdaq und AIM. Als ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg gilt ein breites Portfolio - und damit die Abkehr von reinen neuen Märkten für High-Tech-Unternehmen.
Insgesamt zeigt die Studie, dass kleine Unternehmen noch immer wenig Chancen haben, außerhalb des eigenen Landes an den Markt zu gehen. Entscheidende Hindernisse liegen in abschreckenden Zugangsregelungen und der Inkompatibilität der landestypischen Systeme, v.a. mit Blick auf die unterschiedliche Rolle der Broker und Banken. Notwendig wäre eine Harmonisierung der Zugangsregeln in der EU sowie eine Vereinheitlichung europäischer Reporting- und Listing-Standards.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 06.01.2004

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