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Studie: Übereifrige Ärzte pflegten Napoleon zu TodeDPA-Datum: 2004-07-22 15:09:56

Paris (dpa) - Nicht Gift oder Magenkrebs haben Napoleon Bonaparte dahingerafft - übereifrige Leibärzte pflegten den abgesetzten Kaiser der Franzosen möglicherweise zu Tode. Das behauptet zumindestens ein amerikanischer Gerichtsmediziner in der britischen Zeitschrift «New Scientist».

Paris (dpa) - Nicht Gift oder Magenkrebs haben Napoleon Bonaparte dahingerafft - übereifrige Leibärzte pflegten den abgesetzten Kaiser der Franzosen möglicherweise zu Tode. Das behauptet zumindestens ein amerikanischer Gerichtsmediziner in der britischen Zeitschrift «New Scientist».

Napoleon habe in den letzten Wochen seines Lebens in Gefangenschaft auf der Insel St. Helena von seinen Ärzten täglich Einläufe bekommen, um seine Schmerzen zu lindern, berichtet Steven Karch aus San Francisco. «Sie benutzen richtig große und widerliche spritzenähnliche Dinger.» Dies und die regelmäßige Gabe eines Brechmittels hätten den Organismus so geschwächt, dass Napoleon schließlich starb. Das Studium von Archivmaterial hat Karch diese neuen Erkenntnisse gebracht. «Es war ein Fehler der Ärzte.»

Allerdings stößt die These Karchs auf Widerstand. «Zu weit hergeholt», entgegnet der Mediziner Phil Corso, ein Verfechter der Magenkrebstheorie. Napoleon sei nachweislich lange krank gewesen. «Die Einläufe der Ärzte haben da wohl kaum Auswirkungen gehabt.»

Einläufe und Brechmittel hätten zu Salzmangel, Herzrhythmusstörungen und letztendlich zu einer tödlichen Unterbrechung der Blutzufuhr zum Gehirn führen können, meinte Karch. «Den Rest» soll Napoleon eine Dosis von 600 Milligramm Quecksilberchlorid gegeben haben, eine fünf Mal höhere Dosis als normal. Zwei Tage später starb der Kaiser am 5. Mai 1821 im Alter von 51 Jahren. Die Engländer hatten Napoleon nach der Niederlage bei Waterloo auf die trostlose Insel im Südatlantik verbannt.

Seit Jahrzehnten wird über die genaue Todesursache von Napoleon gerätselt und spekuliert. Man vermutete Magenkrebs oder eine Vergiftung, weil Arsen in seinen Haaren gefunden worden war. Die Vergiftungstheorie wurde allerdings vor zwei Jahren ausgeräumt. Nach einer französischen Untersuchung gelangte das Arsen durch äußere Einwirkungen wie Waffengebrauch, Kohlenrauch oder Tapetenklebstoff in die kaiserlichen Haare.

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