Studie US-amerikanischer Forscher
Funktionsweise des Milzbranderregers teilweise entschlüsselt

US-Forscher haben die zerstörerische Funktionsweise des Milzbranderregers teilweise entschlüsselt. Wie die britische Fachzeitschrift "Nature" vorab aus ihrer Ausgabe vom 8. November berichtete, entdeckten die Wissenschaftler molekulare Mechanismen, mit denen die Erreger das Körperabwehrsystem umgehen und in die Zellen eindringen.

afp LONDON. Unter anderem fanden sie heraus, an welcher Stelle der Erreger die Zellen angreift: Ein Bestandteil des Giftmoleküls, das Antigen PA, heftet sich demnach an ein auf der Zelloberfläche sitzendes Rezeptor-Protein, öffnet es wie ein Türschloss und macht den Weg in die Zelle frei. Ein Team unter Leitung von John Young von der Universität Wisconsin klonte das Rezeptor-Protein und fand in Laborversuchen heraus, dass es hervorragend geeignet ist, PA-Antigene zu binden und so die Giftwirkung der angreifenden Erreger zu hemmen.

Außer dem PA-Antigen enthält der Milzbranderreger unter anderem ein Enzym, das die Wirkungsweise der weißen Blutkörperchen lähmt, sowie das Enzym LT, das die Kommunikation innerhalb des Immunsystems stört und die weißen Blutkörperchen daran hindert, andere Körperkräfte zu mobilisieren. Wissenschaftler unter Leitung von Robert Liddington vom Forschungsinstitut im kalifornischen La Jolla entschlüsselten die Struktur von LT, was als wichtiger Schritt für die Entwicklung von Gegenmitteln angesehen wird. Allerdings dauert die Entwicklung von Diagnose- und Behandlungsmethoden auf der Grundlage solcher Erkenntnisse in der Regel mehrere Jahre.

Milzbrand-Bakterien werden beim Eindringen in den Körper zunächst von einer bestimmten Sorte weißer Blutkörperchen angegriffen. Einige Bakterien werden zerstört, anderen gelingt es jedoch, bis zu den Lymphknoten vorzudringen, wo sie sich explosionsartig vermehren. Die Bakterien sondern beim Keimen Gift ab, das die Organe zerstört.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%