Studie
US-Forscher suchen dringend nach Kleptomanen

Wissenschaftler von der kalifornischen Stanford Universität suchen Kleptomanen, die an einer neuartigen Studie zur Behandlung des krankhaften Stehlens teilnehmen.

HB/dpa SAN FRANCISCO. Allein in den USA soll es über eine Million Kleptomanen geben, doch die Suche nach Testpersonen gestaltet sich schwierig. «Die Betroffenen geben ihr Problem ungern zu, weil sie etwas Illegales tun, das mit einem Stigma behaftet ist», erklärte Elias Aboujaoude von der Stanford Universität in einem Interview mit der Zeitung «San Francisco Chronicle». Die Forscher wollen erstmals ein Medikament, das zur Behandlung von Depressionen zugelassen ist, an 24 Kleptomanen testen. Ein ähnliches Medikament wurde bereits an Menschen, die unter einem zwanghaften Einkaufstrieb leiden, erforscht. In dieser Studie zeigte die Behandlung bei zwei Dritteln der Testpersonen gute Erfolge.

Nach Angaben der Zeitung haben die Ärzte bereits Aufrufe im Fernsehen und Radio geschaltet und wenden sich nun an Bewährungshelfer, um Freiwillige zu finden. Durch die Verurteilung der Schauspielerin Winona Ryder wegen Ladendiebstahls ist die Problematik in den letzten Tagen verstärkt in die Schlagzeilen geraten. Jedoch gehen nur etwa fünf Prozent aller Ladendiebstähle auf das Konto von Kleptomanen, wie die Forscher vermuten. Sie betrachten das krankhafte Stehlen als eine Zwangsstörung, die durch innere Impulse ausgelöst wird. Ihren Beobachtungen nach beschreiben die Betroffenen steigende Spannung vor der Tat, Befriedigung während des Diebstahls und anschließende Reue.

Die Ärzte wollen das Diebstahlverhalten der Testpersonen über mehrere Monate beobachten. Den Forschern zufolge besteht derzeit die Annahme, dass mehr Frauen als Männer unter Kleptomanie leiden. Männlichen Ladendieben würde eher kriminelles Verhalten unterstellt, während Frauen vor Gericht häufiger als Opfer von Zwangshandlungen betrachtet werden, vermutet Aboujaoude.

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