Archiv
Studie: Volkswagen hat deutliche Wettbewerbsnachteile

Der Autobauer Volkswagen AG hat einer Untersuchung zufolge im Vergleich zu anderen Herstellern deutliche Wettbewerbsnachteile. VW machten derzeit etwa hohe Vertriebs- und Produktionskosten zu schaffen, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der FH Gelsenkirchen. Gegenüber anderen Volumenherstellern wie PSA Peugeot Citroen , Renault SA oder Toyota Motor Corp. sei VW daher ins Hintertreffen geraten.

dpa-afx HANNOVER. Der Autobauer Volkswagen AG hat einer Untersuchung zufolge im Vergleich zu anderen Herstellern deutliche Wettbewerbsnachteile. VW machten derzeit etwa hohe Vertriebs- und Produktionskosten zu schaffen, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der FH Gelsenkirchen. Gegenüber anderen Volumenherstellern wie PSA Peugeot Citroen , Renault SA oder Toyota Motor Corp. sei VW daher ins Hintertreffen geraten.

Am Dienstag werden bei VW die Tarifverhandlungen für die 103 000 Beschäftigten der sechs westdeutschen Werke in zweiter Runde fortgesetzt. Volkswagen will die Arbeitskosten bis 2011 um rund zwei Mrd. Euro oder 30 Prozent senken und angesichts der schwierigen Lage des Unternehmens eine zweijährige Nullrunde bei den Löhnen und Gehältern durchsetzen. Die IG Metall lehnt dies strikt ab. Sie fordert neben Arbeitsplatzgarantien vier Prozent mehr Geld.

Gestiegene Vertriebskosten

Der Untersuchung Dudenhöffers zufolge belasten der schwache deutsche Markt sowie im Preis "zu hoch positionierte Brot- und Butter-Modelle" wie der Golf VW nicht nur mit Volumenausfällen, sondern zusätzlich mit gestiegenen Vertriebskosten. VW müsse den Golf-Absatz mit Preissenkungen ankurbeln. Die Vertriebskosten des VW - Konzerns würden daher 2004 auf 8,7 Mrd. Euro steigen, prognostiziert Dudenhöffer, nach 7,8 Mrd. Euro 2003. Die Steigerung werde zum großen Teil durch Margenverluste beim Golf beeinflusst.

VW habe zudem vergleichsweise hohe Produktionskosten, heißt es. Würden die 103 000 VW-Beschäftigten in den sechs westdeutschen Werken nicht mit den hohen deutschen Löhnen, sondern mit französischen Löhnen bezahlt, ergäbe sich Berechnungen zufolge eine Kosteneinsparung von 1,5 Mrd. Euro pro Jahr.

Überkapazitäten

Laut der Studie sind zudem die Verkäufe der Kernmarke VW (unter anderem Golf, Passat, Jetta, Polo) in den wichtigen Märkten West- Europa und USA seit 2000 deutlich gesunken. Volkswagen habe deswegen Überkapazitäten, die auf die Erträge drückten. Dagegen hätten etwa Peugeot und Toyota in West-Europa seit 2000 Zuwächse erzielt. Der "Ausflug" in die Luxusklasse, für die vor allem der Phaeton steht, sowie der schlechte deutsche Markt hätten bei VW Spuren hinterlassen, heißt es.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%