Studie von Cap Gemini Ernst & Young
Internet als Kfz-Vertriebskanal überschätzt

Das Internet als Vertriebskanal für Fahrzeuge wird nach einer Studie des Beratungsunternehmens Cap Gemini Ernst & Young deutlich schwächer als erwartet genutzt.

vwd FRANKFURT. Weniger als ein Prozent der befragten 2500 Verbraucher aus Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Schweden, USA und den Benelux-Ländern hätten ein Fahrzeug Online bestellt, geht aus der heute vorgestellten Studie "Cars Online 2002" hervor. Im Rahmen der Untersuchung wurden zudem 100 Händler je Land und jeweils zehn Hersteller befragt.

Über 20 Prozent der Verbraucher würden ihr Auto künftig aber über die Websites der Hersteller ordern, 13 Prozent sogar über unabhängige Anbieter. In Japan könnten sich 50 Prozent der Befragten einen Online-Kauf vorstellen. Für rund 78 Prozent der befragten Verbraucher sei eine Testfahrt allerdings auch weiterhin wichtigstes Element der Kaufentscheidung. Auch wenn das Internet als Neuwagen-Vertriebskanal die anfänglich hohen Erwartungen nicht erfüllt habe, so sei zumindest der Wettbewerb gesteigert worden.

Wie Cap Gemini weiter feststellt, existiert noch eine große Kluft zwischen den Meinungen der Verbraucher über den Einfluss des Internet und jenen der Händler bzw Hersteller. Demnach glaubten rund 72 Prozent der deutschen Händler, dass durch das Web die Margen beim Neufahrzeugverkauf schrumpfen würden, verglichen mit 42 Prozent im weltweiten Durchschnitt. Gleichzeitig erwarteten 45 Prozent der Händler eine positive Wirkung des Internet auf das Neuwagengeschäft, verglichen mit 34 Prozent im Vorjahr. Beim Gebrauchtwagenhandel dürfte es sich laut 70 Prozent der Händler positiv auswirken, in Deutschland seien sogar 83 Prozent dieser Meinung.

Dagegen rechnet die Mehrheit der Händler und Hersteller mit keiner geringeren Profitabilität durch die Neuordnung des Autovertriebs innerhalb der Europäischen Union. Lediglich 38 Prozent der Händler und 25 Prozent der Hersteller erwarten sinkende Margen durch die Gruppenfreistellungsverordnung (GVO), die den Mehrmarkenhandel erlaubt und den Standortschutz aufhebt.

Laut Andreas Schlosser, Leiter des Automobilbereichs bei Cap Gemini Ernst & Young Zentraleuropa, stehen die Automobilindustrie und der Handel intern und extern unter hohem Druck. Deshalb sei zwischen beiden Seiten eine enge Zusammenarbeit wichtig, um sich auf die Bedürfnisse der Kunden zu konzentrieren. Die Studie zeige aber auch, "dass dies derzeit nicht passiert. Hier ließe sich noch einiges verbessern", kritisiert Schlosser.

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