Studie von Ernst & Young
Viele Brauereien nicht überlebensfähig

Zwei von drei deutschen Brauereien sind einer Studie zufolge langfristig nicht überlebensfähig. Grund ist vor allem der stetig sinkende Bierkonsum in Deutschland.

HB/dpa DÜSSELDORF. Von den bundesweit 530 Brauereien, die mehr als 5000 Hektoliter Bier im Jahr ausstoßen, werden bis 2015 nur etwa 190 Betriebe überleben. Das geht aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hervor, die am Mittwoch in Düsseldorf veröffentlicht wurde. Es werde sowohl Geschäftsaufgaben als auch Zusammenschlüsse geben.

Während vergangenes Jahr jeder Bundesbürger statistisch gesehen noch 121 Liter Bier trank, würden es langfristig weniger als 100 Liter pro Jahr und Kopf sein. Die Trinkgewohnheiten veränderten sich gravierend zu Gunsten alkoholfreier Getränke. Hinzu komme die rückläufige Bevölkerungsentwicklung. Bis 2015 werde die Einwohnerzahl um etwa zwei Mill. abnehmen. Zudem verändere sich mit der Gastronomie ein wichtiger Absatzkanal der Brauereien. "Die Kneipe an der Ecke stirbt mehr und mehr aus", sagte der Mitautor der Studie, Rudolf Böhlke.

Billiganbieter und Premiummarken werden nach Einschätzung von Ernst & Young die Gewinner des Strukturwandels in der Brauwirtschaft sein. No-Name-Produkte und Billigmarken würden im Handel bis 2015 einen Marktanteil von mehr als 40 % erreichen. Das mittlere Bierpreissegment schrumpfe dagegen um mehr als die Hälfte auf nur 18 %. Ein Erfolgsrezept hätten Gasthofbrauereien entwickelt, die Bier mit einer besonderen Gastronomie verknüpften. Dominiert werde der deutsche Biermarkt in zwölf Jahren von ausländischen Konzernen.

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