Studie von Ernst&Young
Attraktivitätsverlust bei EU-Erweiterung befürchtet

Mit der EU-Osterweiterung hat der Standort Deutschland für ausländische Investoren an Attraktivität eingebüßt: Wenn die Karten innerhalb Europas neu verteilt würden, zähle die die Bundesrepublik mit Spanien, den Benelux-Ländern und Irland gemessen an den Neuansiedlungen von Unternehmen im Jahr 2002 zu den größten "Verlierern", heißt es in einer am Donnerstag in Paris veröffentlichten Studie der internationalen Unternehmensberatung Ernst&Young.

vwd PARIS. Demnach überholte Frankreich bei den Neuansiedlungen von Dienstleistern Deutschland und verdrängte es vom zweiten Platz in Europa hinter Großbritannien.

Der Studie zufolge sank die Zahl der Neuansiedlungen ausländischer Investoren in Europa im vergangenen Jahr um vier Prozent; insgesamt ließen sich noch 1895 Unternehmen in Europa nieder. Dabei blieben Großbritannien und Frankreich trotz Rückgängen von jeweils fünf Prozent Spitzenreiter. Deutschland verzeichnete einen Rückgang um 10,5 % auf 154 Ansiedlungen und hielt damit seinen dritten Rang vor dem ebenfalls deutlich weniger gefragten Spanien.

Auf den folgenden Plätzen stehen Ungarn, Tschechien und Russland, die unter anderem Belgien und Schweden verdrängen. Österreich, wie Deutschland unmittelbarer Nachbar der neuen EU-Mitglieder, fiel ebenfalls klar zurück. Sowohl Fertigungsstätten als auch Dienstleistungszentren würden mit Blick auf die EU-Erweiterung zunehmend in Mittel- und Osteuropa angesiedelt, betonen die Verfasser der vor allem auf den Standort Frankreich gerichteten Studie. Bei den Industrie-Niederlassungen steht Deutschland demnach auf Rang sieben hinter Frankreich, Großbritannien, Tschechien, Ungarn, Russland und Spanien.

Auf der Suche nach den Ursachen für die unterschiedliche Beliebheit der europäischen Standorte ließ Ernst&Young zum dritten Jahr in Folge 200 Chefs internationaler Firmen vom Meinungsforschungsinstitut CSA befragen. Für Osteuropa sprechen der Studie zufolge vor allem die günstigen Löhne und die flexiblen Arbeitszeiten, für Großbritannien sein flexibles Arbeitsrecht, die niedrigen Steuerlasten und der Finanzplatz London.

Vorteile in Deutschland sehen die befragten potenziellen Investoren den Angaben zufolge vor allem durch die stabilen rechtlichen Rahmenbedingungen und das soziale Klima. Dabei sank aber das Image in Bezug auf die Arbeit seiner Forscher und Techniker und seine Produktion. Besonders auffallend sei indes der Image-Einbruch bei der strategisch wichtigen Frage nach der Bedeutung des inländischen Marktes.

Frankreich erreichte trotz sinkender Werte immer noch einen einsamen Spitzenplatz in puncto "Lebensqualität". Besonders gelobt werden unter anderem die Attraktivität des Landes für internationale Führungskräfte sowie die reichlich fließenden Subventionen.

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