Studie von Sal. Oppenheim zur Konzentration bei öffentlich-rechtlichen Banken
Langfristig bleibt eine Landesbank übrig

Sparkassen und Landesbanken stehen vor einer Fusionswelle. Zu diesem Schluss kommt die Privatbank Sal. Oppenheim in einer neuen Studie, die sie gestern in Frankfurt vorgestellt hat.

cd FRANKFURT/M. Vor dem Hintergrund sich ändernder Rahmenbedingungen für Sparkassen und Landesbanken - wegen des Wegfalls der öffentlichen Bankgarantien Mitte 2005 - sei der Kostendruck der entscheidende Treiber. So könnten die Sparkassen aufgrund ihrer fragmentierten Struktur trotz ihres hohen Marktanteils nur unzureichend Skaleneffekte durch die Bündelung beispielsweise ihrer Produktabwicklung erzielen.

Betriebswirtschaftlich sinnvoll sei eine Fusion der 562 Sparkassen innerhalb von 8 bis 10 Jahren auf unter 100, sagte der Verfasser der Studie, Metehan Sen. Zum Vergleich: in Spanien gebe es 49 Sparkassen oder in Italien 62.

Noch drastischer werde der Fusionsprozess bei den Landesbanken ausfallen. Hier erwarten die Analysten in einem Zwischenschritt die Bildung von vier Landesbankenblöcken, je um die WestLB, die LB Baden-Württemberg, die Norddeutsche LB und die Bayerische LB. Und langfristig soll nur noch ein Institut überleben: "In zehn bis fünfzehn Jahren wird es nur noch eine Landesbank geben", sagte Dieter Pfundt, Partner bei Oppenheim.

Allerdings beschränkt sich die Studie auf betriebswirtschaftliche Aspekte, die politischen Rahmenbedingungen blendet sie weitgehend aus. So sind beispielsweise in der anstehenden Reform der Sparkassengesetze noch aus keinem Bundesland Pläne bekannt geworden, eine Privatisierung von Sparkassen zu ermöglichen. In der Tat, liege es in der Hand der Politiker in Ländern und Gemeinden die betriebswirtschaftlich notwendigen Fusionen zu ermöglichen, sagte Johannes Maret, Partner bei Oppenheim.

Die "spannende Frage" sei derzeit, ob sich die Sparkassen strukturell durch Fusionen und Kooperationen so schnell ändern, dass sie ihre starken Marktanteil - vor allem im Retailgeschäft - halten können. "Bleiben sie in ihren Entscheidungsproblemen gefangen, dann können die privaten Banken einfallen", sagte Maret, Partner des Bankhauses Oppenheim, der keine Hehl daraus machte, dass sein Haus sich als Berater gute Geschäfte aus dem Fusions- und Privatiesierungsgeschäft bei Sparkassen und Landesbanken verspricht.

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