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Studie: Weniger Schmerzen beim Spritzen-Pieks dank Husten-TrickDPA-Datum: 2004-07-21 14:58:43

Greifswald (dpa) - Ein simpler Trick kann Schmerzen beim Spritzen deutlich reduzieren: Wenn der Patient leicht hustet, tut ihm der Pieks in Haut oder Vene weniger weh, wie der Greifswalder Intensivmediziner und Narkosearzt Taras Usichenko in einer Studie nachgewiesen hat.

Greifswald (dpa) - Ein simpler Trick kann Schmerzen beim Spritzen deutlich reduzieren: Wenn der Patient leicht hustet, tut ihm der Pieks in Haut oder Vene weniger weh, wie der Greifswalder Intensivmediziner und Narkosearzt Taras Usichenko in einer Studie nachgewiesen hat.

Durch das Husten werde der Druck im Brustkorb und in der Rückenmarksflüssigkeit erhöht, sagte Usichenko in einem dpa- Gespräch. «Da die Nervenknoten in der Rückenmarksflüssigkeit schwimmen, wird im Rückenmark die Schmerzübertragung von der Einstichstelle zum Gehirn gestört.» Ursache dieses Effektes könne möglicherweise auch der gezielte Gegenreiz sein.

Der Mediziner untersuchte 20 männliche gesunde Probanden, denen zwei Mal in zwei Wochen eine Kanüle mit und ohne Husten-Trick in die Vene eingeführt wurde. 19 Probanden hatten während des Husten-Tricks ein bedeutend geringeres Schmerzempfinden. Nur bei einem Probanden habe der Trick nicht richtig funktioniert, sagte Usichenko. Er hatte am Testtag noch nichts gegessen. Durch den niedrigen Blutzuckerspiegel habe er ein erhöhtes Schmerzempfinden gehabt. Die Studie ist in der Fachzeitschrift «Anesthesia & Analgesia» (Bd. 98, S. 343) erschienen.

Der Husten-Trick kann nach den Worten Usichenkos bei allen Spritzen in den Muskel eingesetzt werden. Auch beim intravenösen Spritzen, beim Legen von so genannten Flexülen vor Operationen oder beim Blutabnehmen blieben dem Patienten so Schmerzen erspart. «Schmerzreduzierende Maßnahmen, wie Gels, Eis oder Cremes, werden überflüssig», sagte Usichenko. Damit ergäben sich auch Einsparpotenziale.

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