Studie zum Arbeitsmarktverhalten von Müttern
Kinderbetreuung führt zu höherer Erwerbstätigkeit von Müttern

Eine umfassende Kinderbetreuung führt dazu, dass mehr Mütter arbeiten - und besser verdienen. Allerdings gibt es noch große Unterschiede zwischen Ost und West.

HB/dpa BERLIN. Ein umfassendes Angebot an Kinderbetreuung intensiviert die Beteiligung von Müttern am Erwerbsleben. Darüber hinaus führt eine umfassende Kinderbetreuung zu einer höheren Qualität der Erwerbstätigkeit, gemessen am Einkommen der Mütter. Das hat eine am Dienstag in Berlin vorgestellte wissenschaftliche Studie zu "Form der Kinderbetreuung und Arbeitsmarktverhalten von Müttern" ergeben. Die Untersuchung im Auftrag des Bundesfamilienministeriums stellt aber erhebliche Unterschiede zwischen West und Ost fest.

Familienministerin Christine Bergmann (SPD) sagte, der Ausbau ganztägiger Kinderbetreuung führe nicht nur zur stärkeren Erwerbsbeteiligung der Mütter, sondern "erhöht damit das Einkommen der Familien und hilft den Familien in einer entscheidenden Phase ihres Lebens". Die Bundesregierung sehe sich durch die Studie in ihrer Politik bestätigt.

Familie und Beruf lassen sich besser vereinbaren

Durch die Einführung von Elternzeit und das Teilzeitgesetz seien die Bedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bereits verbessert worden. Es gebe aber weiter Nachholbedarf. Deshalb habe die SPD auch beschlossen, dass der Bund die Länder und Kommunen in den nächsten vier Jahren mit je einer Milliarde Euro bei der Schaffung von Kinderbetreuungseinrichtungen unterstützt.

Nach der Studie gibt es vor allem in Westdeutschland erhebliche Erwerbspotenziale bei Müttern. Hier wünschten sich knapp 70 Prozent der nicht erwerbstätigen Mütter mit Kindern bis zu zwölf Jahren die Aufnahme einer Arbeit. Diesen Wünschen stehe im Westen ein unzureichendes Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen entgegen.

Zu wenig Ganztagsbetreuung

36 Prozent der erwerbstätigen Mütter in Westdeutschland, die ihr jüngstes Kind halbtags im Kindergarten betreuen lassen, wünschen sich nach der Untersuchung eine Ausdehnung der Arbeitszeit. Dieser Wunsch scheine im Alltag häufig am fehlenden Ganztagsangebot zu scheitern. In Ostdeutschland hingegen gebe es diese Zusammenhänge nicht - wohl auch wegen des dortigen flächendeckenden Angebots an ganztägiger Kinderbetreuung. Insgesamt seien im Osten nur knapp 4 Prozent der Mütter freiwillig nicht erwerbstätig, während es im Westen rund 23 Prozent seien.

Vorschulkinder, die ausschließlich durch Eltern betreut werden, leben nach der Studie sowohl in West- als auch in Ostdeutschland überproportional oft in Haushalten mit den geringsten Einkommen. Westdeutsche Familien, deren jüngstes Kind in einer Krippe betreut wird, verfügten über monatlich rund 2700 Euro netto (Ost: 2100 Euro). Das sei ein um rund 435 Euro (Ost: 330 Euro) höheres Einkommen als das von Familien, in denen Eltern ihr jüngstes Kind allein betreuen.

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