Studie zum Unternehmenserfolg in Amerika
Deutsche scheitern oft an US-Mentalität

Ein Drittel der etwa 2500 deutschen Unternehmen in den USA arbeitet so schlecht, dass Unternehmenswerte vernichtet werden. Das ergab eine Untersuchung der Unternehmensberatung Droege & Comp., Düsseldorf.

tor NEW YORK. "Der häufigste Fehler ist die undifferenzierte Anwendung typisch deutscher Erfolgsrezepte auf dem US-Markt", sagte Andreas Back, Partner bei Droege , in New York. Droege hat die Erfahrung von 500 Unternehmen ausgewertet.

Dem US-Markt kommt durch die Globalisierung eine Schlüsselrolle zu. Die USA sind neben dem europäischen Binnenmarkt nicht nur der größte Absatzmarkt der Welt, sondern nehmen in vielen Branchen wie Informationstechnologie oder Pharma eine Vorreiterrolle ein.

Für den Misserfolg deutscher Unternehmen in den USA macht Back vor allem ein Mentalitätsproblem verantwortlich. Während für die Deutschen die Produktqualität immer noch ein absoluter Wert sei, würden die Amerikaner Qualität immer in Relation zum Preis sehen. Viele deutsche Waren seien deshalb überteuert. "Die Amerikaner wollen - bildlich gesprochen - meist keinen Mercedes, sondern einen Toyota", sagte Back. Zudem würde die Bedeutung des Marketings in den USA von deutschen Unternehmen zu oft vernachlässigt.

Vor allem kleinere und mittelgroße Unternehmen nutzen ihre Marktchancen in den USA nicht aus. Besser machen es große Konzerne wie der Autohersteller Porsche, der Softwareanbieter SAP oder der Baukonzern Philipp Holzmann. "Sie treten mit der nötigen Aggressivität auf und nutzen ihre Konkurrenzvorteile aus", sagte Back. Im europäischen Vergleich hinken die Deutschen hinter Briten, Franzosen und Niederländern her. Firmen aus diesen Nachbarländern würden sich stärker über Preis und Service differenzieren als über die Qualität. Der Erfolg lässt sich ablesen: Laut der Studie erzielen britische Unternehmen etwa 31 % ihres weltweiten Umsatzes in den USA, bei den deutschen Firmen sind es nur 9 %.

Immerhin schaffen es 40 % der untersuchten deutschen Firmen, ihren Unternehmenswert durch die US-Aktivitäten zu steigern. Besonders erfolgreich sind die Automobilhersteller sowie die Anbieter von Medizintechnik und Pharmaprodukten. Gemessen wurde der Erfolg mit einem USA-Faktor. Dieser misst die Auswirkungen der US-Aktivitäten auf den Unternehmenswert der Muttergesellschaft.

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