Studie zur Internet-Werbung in USA
Studie: Werbefinanzierte Start-ups vor dem Aus

In USA stehen derzeit viele werbefinanzierte Start-ups vor dem Aus. Hintergrund ist eine um sich greifende Werbeverdrossenheit bisher guter Online-Werbekunden.

NEW YORK. Dies hat eine Untersuchung des New Yorker Marktdaten-Anbieters Competitive Media Reporting (CMR) ergeben, die regelmässig Werbung auf 350 bis 400 Webseiten auswertet. Bob Scott von der Internet-Abteilung von CMR rechnet jedoch damit, dass die Werbeausgaben im Netz kontinuierlich wachsen werden.

Scotts Optimismus teilen längst nicht alle Beobachter der Branche: Viele Unternehmen haben das Vertrauen in die Online-Werbung verloren und ziehen inzwischen wieder klassische Werbeformen vor. Nur 3,5 % aller Werbeausgaben in den USA werden im laufenden Jahr ins Netz fließen, ergab eine Schätzung der Investmentbank Merril Lynch. Dies wären nur 0,3 Prozentpunkte mehr als 2000.

"Bevor wir in Online-Werbung investieren, muss dieses Medium effektvoller sein das Fernsehen, das wir bislang am intensivsten nutzen", sagt Liz Silver, Vize-Werbechefin bei Visa. Das Kreditkartenunternehmen gab im vergangenen Jahr 10 Mill. $ für Internetwerbung aus.

Ein Grund für das allgemeine Zögern: Die sogenannte "Click-Rate", die erfasst, wie viele Websurfer ein Werbebanner anklicken, ist in den vergangenen Jahren dramatisch gefallen. Als 1994 das erste Banner im Netz erschien, klickten noch 30 % aller Surfer, die auf der Seite gelandet waren, die Werbung an. Heute liegt die Click-Rate bei gerade noch 0,3 %. Selbst Direktmarketing erzielt mit 1,4 % eine höhere Aufmerksamkeit.

Während die bisher besten Kunden der Branche - etwa Software-Konzerne wie Microsoft - ihre Ausgaben für E-Werbung zurückfahren, treten Old-Economy-Anbieter stärker in den Vordergrund. So hat etwa der Automobilhersteller General Motors im vergangenen Jahr knapp 48 Mill. $ für Internetwerbung ausgegeben und somit doppelt so viel in Netzreklame investiert wie 1999. Microsoft, der bisher die Liste der Online-Werbekunden anführte, gab im Jahr 2000 nur noch 26 Mill. $ aus; ein Jahr zuvor hatte er noch 37 Mill. $ in die Online-Werbung gesteckt. Ebenso reduzierten die Vielwerber IBM und Bank One ihre Online-Ausgaben. IBM senkte die Ausgaben gar um ein knappes Viertel und gab im Jahr 2000 nur noch 24 Mill. $ für Werbung im Netz aus.

Der Buchhändler Barnes & Noble war großzügiger: Die Kette erhöhte ihre Werbung um mehr als 50 % und gab im vergangenen Jahr 16 Mill. $ dafür aus. Internet-Konkurrent Amazon.com warb für knapp 15 Mill.

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