Stühlerücken im Vorstand
Dresdner Bank: Mehr Macht für Fahrholz

Die Dresdner Bank reagiert auf die massiven Gewinneinbrüche mit einem Machtzuwachs für den Vorstandssprecher Bernd Fahrholz und dem Austausch wichtiger Führungskräfte. Aus dem bislang neunköpfigen Spitzengremium scheiden drei Vorstandsmitglieder aus, wobei nur zwei Positionen neu besetzt werden.

dpa FRANKFURT/MAIN. Zugleich segnete der Aufsichtsrat am Dienstag in Frankfurt die Konzentration auf künftig zwei Unternehmensbereiche - Firmenkunden und Investmentbanking sowie Privat- und Geschäftskunden - ab.

"Mit diesen Weichenstellungen wird sichergestellt, dass die Dresdner Bank bis Ende 2003 wieder eine ertragreiche und auch auf zukünftige Markterfordernisse ausgerichtete Bank sein wird", begründete das drittgrößte deutsche Geldhaus nach der Sitzung des Aufsichtsrates die Entscheidungen. Im 3. Quartal war der Gewinn der Allianz-Tochter auf nur noch 43 Mill. Euro (84 Mio DM) eingebrochen. In der Sparte Privatkunden kam es zu einem Verlust von 60 Mill. Euro. Der Bereich "Firmenkunden und Investmentbanking" musste sogar ein Minus von 248 Millione Euro verbuchen.

Diese negative Entwicklung hat nun auch zu personellen Konsequenzen geführt. Der für Firmenkunden zuständige Vorstand Joachim von Harbou scheidet vorzeitig zum Jahresende aus. Er soll sich als künftiger Aufsichtsratsvorsitzender der Eurohypo AG der Verschmelzung der drei Hypothekentöchter der Frankfurter Großbanken widmen.

Wie bei von Harbou ist der Aufsichtsrat "ebenfalls dem Wunsch von Prof. Dr. Gerhard Barth nachgekommen, ihn zum Jahresende von seinem Vertrag zu entbinden". Der frühere Alcatel SEL-Manager war für IT und Zahlungsverkehr zuständig. Seine Position übernimmt Anfang Dezember Klaus-Michel Geiger, bisher Manager bei der Investmenttochter Dresdner Kleinwort Wasserstein war.

Der Finanzvorstand Bernd Voss (62) tritt mit Ablauf seines Vertrages Ende 2001 in den Ruhestand und wechselt in den Aufsichtsrat. Sein Nachfolger wird im November 2002 Klaus Rosenfeld, der bislang auch als Leiter des Integrationsbüros für die Zusammenführung von Dresdner Bank und Allianz fungierte.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat dem Dresdner-Chef Fahrholz mehr Macht verschafft. Als Vorstandsvorsitzender ist er den übrigen Vorständen nun weisungsbefugt. Als Sprecher war er nur ein Herausgehobener unter Gleichen und musste bei kontroversen Positionen einen Konsens herstellen.

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