Stürmer rechnet mit BVB-Trainer Sammer ab
Amoroso hat beim BVB die Faxen dicke

Die Enttäuschung über seine Ausbootung ist riesig, das seit jeher problematische Verhältnis zu Trainer Matthias Sammer kaum noch reparabel. Auch eine Woche nach dem Ende einer für ihn über die Maßen enttäuschenden Saison ist der Ärger von Marcio Amoroso noch immer nicht verflogen. Anders als die Führungsriege von Borussia Dortmund, die von einem Bruch mit dem brasilianischen Angreifer nichts wissen will, sprach Amoroso nun Klartext - und bereitete damit seinen Absprung vor.

HB/dpa DORTMUND. "Ich will unbedingt weg. Ich werde mir in Dortmund nicht meine Karriere kaputtmachen lassen", sagte er in einem Interview mit der "Sport Bild".

Die Geduld des divenhaften Stars scheint endgültig aufgebraucht zu sein. Mit deutlichen Worten prangert er die Personalpolitik von Trainer Sammer an, der ihn ungeachtet der anhaltenden Torflaute des Teams zumeist auf die Bank verbannte: "So wie er mich in der Rückrunde behandelt hat, fühle ich mich in meiner Ehre verletzt. Das kann er mit mir nicht machen." Der Torschützenkönig der Saison 2001/2002 steht mit seiner Kritik nicht alleine da. In den Internet- Foren der nach einer mäßigen Saison erbosten BVB-Fans taucht eine Frage auffallend häufig auf: Warum nur wurde Amoroso demontiert?

Viel liegt in der unterschiedlichen Mentalität von Sammer und Amoroso begründet. Anders als noch im Meisterjahr fehlte dem Disziplinfanatiker auf dem BVB-Trainerstuhl das Verständnis für die mitunter lässige Spielweise des Angreifers - genau wie für dessen Kritik. "Er ist mit dem BVB Meister geworden, mit keinem anderen Verein zuvor, daran muss er sich erinnern. Er sollte sich ein bisschen demütiger gegenüber dem Club zeigen", kommentierte Sammer in einem Interview mit der "Welt" (Mittwoch-Ausgabe) die jüngsten Pläne seines größten Problemfalls.

Gleichwohl ist es möglich, dass Amoroso gegen seinen Willen beim Revierclub bleiben muss. Denn in Zeiten brachliegender Transfermärkte ist kaum ein Club bereit, 20 Mill. ? für einen neuen Spieler zu investieren. "Ein spanischer Verein hat zwar schon angefragt, aber auch er kann diese Summe nicht bezahlen", gestand der Südamerikaner. Nicht zuletzt deshalb habe er entgegen anders lautender Spekulationen seinen Haushalt in Dortmund auch noch nicht aufgelöst. "Ich habe nur mein Haus in Schwerte geräumt und einen Freund gebeten, mir für alle Fälle ein neues Haus zu suchen."

Längst laufen in Dortmund Wetten, ob der Edeltechniker nach der Sommerpause weiter das BVB-Trikot tragen wird. Gerd Niebaum sieht trotz der offenkundigen Probleme keinen Grund, daran zu zweifeln: "Marcio Amoroso bleibt Borusse. Und wir werden daran arbeiten, ihn in eine Top-Verfassung zu bringen. Seine Tore fehlen uns." Und auch Amoroso selbst hielt sich ein Hintertürchen offen: "Sollte ich tatsächlich nach Dortmund zurückkommen, werde ich weiter alles für Borussia geben. Falls man mich lässt."

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