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Stürmische Zeiten: Toppmöller, Götz und Jara in Kritik

Wenn die Blätter fallen, wackeln die Trainerstühle. Mit dem Herbstbeginn ist die Situation für einige Fußball-Lehrer in der Bundesliga einmal mehr ungemütlich geworden.

dpa DÜSSELDORF. Wenn die Blätter fallen, wackeln die Trainerstühle. Mit dem Herbstbeginn ist die Situation für einige Fußball-Lehrer in der Bundesliga einmal mehr ungemütlich geworden.

Vor allem Klaus Toppmöller drohen stürmische Zeiten: Gelingt dem Hamburger SV im Heimspiel gegen Hertha BSC kein Erfolg, könnte dem vor elf Monaten verpflichteten Coach das gleiche Schicksal wie Jupp Heynckes auf Schalke ereilen. Zwar verzichtete die HSV - Spitze auf ein Ultimatum, hat den Freifahrtschein für den Trainer aber längst aufgehoben. "Ich habe ihm gesagt, dass die Situation nach nur einem Sieg in fünf Spielen ernst ist", meinte der Sportliche Leiter Dietmar Beiersdorfer vielsagend.

Nicht nur bei Toppmöller wächst das Unbehagen: Auch dessen Gegenüber Falko Götz muss langsam aber sicher um seinen Job bangen. Nach dem Liga-Fehlstart mit fünf Unentschieden in fünf Punktspielen und der peinlichen 2:3-Schlappe im DFB-Pokal gegen den Nord- Regionallisten Eintracht Braunschweig hängt der Haussegen beim ambitionierten Hauptstadt-Club schief. Manager Dieter Hoeneß sprach von einer "kollektiven Desorientierung", Götz selbst von einer "absolut schwierigen Situation". Noch bekundet Hoeneß Solidarität mit Götz, macht aber keinen Hehl aus seiner Verärgerung: "In mir brodelt es. Wichtig ist das Spiel in Hamburg."

Dritter im Bunde der in Frage gestellten Trainer ist Kurt Jara. Vor allem die wachsende Kluft zwischen den Fans und dem Österreicher sorgt in Kaiserslautern für Unfrieden. "Was hier abläuft, ist Mobbing", klagte Jara nach dem unglücklichen Pokal-Aus gegen Schalke, als viele Anhänger zum wiederholten Mal die Auswechslungen mit einem Pfeifkonzert quittiert hatten. Bei allem Verständnis für die Klagen des Fußball-Lehrers äußerte René C. Jäggi auch leise Kritik. "Es bleiben immer Spuren. Der Trainer muss auch sehen, dass diese Aussagen am Image des Vereins kratzen", sagte der Vorstandsvorsitzende der "Bild".

Die Chancen stehen schlecht, dass sich die Gemüter bei den Pfälzern schnell beruhigen. Schließlich droht beim VfL Wolfsburg bereits die vierte Saisonschlappe. Heimlich, still und leise hat sich Wolfsburg an die Tabellenspitze gesetzt. Doch selbst der Höhenflug des Teams und die voraussichtliche Rückkehr von Spielmacher Andres D'Alessandro entfachen keine Fußball-Euphorie. Gegen Kaiserslautern rechnet der Überraschungs-Erste mit lediglich 20 000 Zuschauern. "Ich werde erst zufrieden sein, wenn auch der letzte Platz in der Arena mit einem Fan des VfL besetzt ist", kündigte Trainer Erik Gerets weitere Erfolge an.

Vor allem der VfB Stuttgart hofft auf einen Ausrutscher der Wolfsburger. Dann wäre der Weg an die Spitze frei. Vorausgesetzt, dem Sammer-Team gelingt ein Heimsieg über Bayer Leverkusen. Nach dem enttäuschenden Unentschieden gegen Nürnberg und der Pokal-Niederlage in Bremen scheint der noch vor wenigen Tagen hoch gelobte Gast angeschlagen zu sein. "Wir müssen jetzt schnell den Hebel umlegen, sonst droht uns Mittelmaß", warnte Bayer-Coach Klaus Augenthaler.

Weitere Fragen schüren das Interesse für den 6. Spieltag: Kommt der deutsche Rekordmeister aus München im Heimspiel gegen Freiburg auch mal ohne Bayern-Dusel aus? Kann der FC Schalke 04 bei Hanover 96 seinen Höhenflug unter der Regie von Interimscoach Eddy Achterberg fortsetzen? Und wird Titelverteidiger Werder Bremen nach mäßigem Saisonstart mit einem Sieg in Bochum endgültig in den erlauchten Kreis der Spitzenteams zurückkehren?

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