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Stürmische Zeiten

In ihrer langen Geschichte hat die New Yorker Börse manchen Sturm überlebt. Die aktuelle Vertrauenskrise kann der Börse schweren Schaden zufügen.

In ihrer langen Geschichte hat die New Yorker Börse manchen Sturm überlebt - vom Schwarzen Freitag und der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre bis hin zu den zahlreichen Kurszusammenbrüchen in den 90er Jahren. Wird sie auch diesen Sturm überstehen? Die Börse wurde nicht nur durchgeschüttelt, weil ihr Vorstandschef ein Gehaltspaket in Höhe von 188 Mill. $ erhielt - und das so ziemlich jeder außer ihm und dem Aufsichtsrat als problematisch fand. Entscheidender ist, dass die Marktaufsicht der Börse nicht richtig funktioniert und die Marktmacher sich offensichtlich zu Lasten ihrer Kunden bereichert haben.

Der Vorstand der Börse glaubt, dass die Anfang des Monats vorgelegten Reformvorschläge - vor allem die Verkleinerung des Vorstandes und die Ernennung von unabhängigen Mitgliedern dieses Gremiums - ausreichen, um das Vertrauen in den Markt wieder herzustellen. Die Kunden der Börse, vor allem die institutionellen Investoren, glauben das nicht. Sie fühlen sich an der New Yorker Börse nicht mehr wohl und drängen auf Reformen, zu denen die Mitglieder der Börse nicht bereit sind.

Für die Börse selber kann diese unter der Oberfläche schmorende Auseinandersetzung dramatische Folgen haben. Und für ausländische Anbieter, wie die Deutsche Börse, bietet sich eine Chance, ihr Geschäft auszuweiten. Gerade die großen Investoren setzen auf Transparenz und günstige Abwicklung ihrer Aufträge. Beides können die elektronischen Systeme etwa der Deutschen Börse besser erfüllen als das Handelsmodell des New Yorker Marktplatzes. Dass die Übernahme eines fremden Finanzplatzes im Handstreich gelingen kann, haben die Frankfurter schon bei der Londoner Terminbörse gezeigt.

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