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Stürmischer Wochenschluss

Kursgewitter an der Wall Street richteten am Freitag erheblichen Flurschäden an. Gewinnwarnungen und schlechte Konjunkturdaten sorgten bei niedrigem Handelsvolumen für Kursstürze. Der Index der 30 US-Blue Chips büßte zum Wochenschluss 2,17 Prozent ein. Der Nasdaq Index schlidderte um 3,6 Prozent in die Tiefe. Das Börsenbarometer der US-High-Tech-Werte kam nur vier Zähler von der psychologisch wichtigen 2000 Punkte-Marke zum Stand. Um die Kurse nicht ungebremst nach unten rauschen zu lassen, griffen an der Wall Street Handelsbeschränkungen.

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Die erneute Sorge um die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft bereitete so manch einem Börsianer erneut Kopfzerbrechen. Die Arbeitsmarktdaten dokumentierten die jüngste Konjunkturentwicklung. Die Anzahl der Arbeitsplätze ging im vergangenen Monat um 114 000 Stellen zurück. Die Experten hatten lediglich mit einem Rückgang um 50 000 Stellen gerechnet. Dass die Arbeitslosenquote mit 4,5 Prozent im vergangenen Monat geringer anstieg als erwartet, war den Anlegern ein geringer Trost. Allgemein galt es, gegen schlechte Nachrichten anzukämpfen.

Vor allem die Gewinnwarnungen bei EMC, AMD und BMC sorgten als Rose des Sturms für Verwüstung. Die sinkenden Investitionen im Telekommunikations- und IT-Sektor gehen den Firmen an die Substanz. Insbesondere die Aktien der Chip - und Computerindustrie büßten ein. Die Aktie von AMD ging nach der Gewinnwarnung auf Talfahrt - der Titel verlor ein Viertel an Wert. Dem Unternehmen machte vor allem die unerwartet stark nachlassende Nachfrage nach Speicherchips und der harte Preiskampf mit Konkurrent Intel zu schaffen. Auch Intel und Texas Instruments konnten sich dem Trend nicht entziehen.

Der Computersektor hätte sich am Freitag ebenfalls wärmer anziehen sollen. Die Aktie des Computerkonzerns IBM führte die Verliererliste der Dow Jones Werte an. Die Anleger deuteten die Umstrukturierungsmaßnahmen bei Big Blue als Schwäche und beförderten die Aktie ins Minus. Der Computerkonzern wird 500 Mitarbeiter und damit rund zehn Prozent der Belegschaft in der Produktionsstätte für Computerkomponenten in Ungarn entlassen. Die Titel von Compaq Computer und Hewlett-Packard notieren ebenfalls schwächer.

EMC, der weltgrößte Hersteller von Speichertechnologie, und BMC Software, der Produzent von Software für Unternehmens-Computernetze, sorgten mit Gewinnwarnungen ihrerseits für Gewitterstimmung.

Für einen kleinen Lichtblick am trüben Aktienhimmel sorgten die erfreulichen Quartalszahlen von Alcoa. Mit dem Aluminiumkonzern hat das erste Unternehmen aus dem Dow Jones-Index Quartalszahlen vorgelegt. Das Unternehmen konnte die Analystenerwartungen für das zweite Quartal mit einem Gewinn von 49 Cents pro Aktie um vier Cents schlagen. Trotzdem konnte sich die Aktie des weltgrößten Aluminiumherstellers nicht erfolgreich gegen den allgemeinen Markttrend durchsetzen. Im Dow Index schlossen lediglich Procter & Gamble, AT&T und United Technologies im Plus.

Viele Verlierer, nur wenige Gewinner: Einzig die Aktien der Öl- und Spirituosenindustrie konnten an diesem Tag Kursgewinne verbuchen.

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