Stunden nach Kriegsbeginn
Patriots fangen irakische Raketen ab

Wenige Stunden nach einem ersten US-Angriff auf Bagdad hat der Irak zu einem Gegenschlag ausgeholt. Nach US-Berichten gingen im Norden Kuwaits zwei Raketen nieder, während kuwaitische und britische Quellen nur von einer Rakete sprachen. Amerikanischen und kuwaitischen Angaben zufolge handelte es sich um eine Scud-Rakete. Nach eigener Darstellung besitzt der Irak hingegen keine dieser von der UNO verbotenen Waffen.

dpa/rtr BAGDAD/KUWAIT-STADT. Zudem haben Patriot-Abwehrraketen nach kuwaitischen Angaben am Donnerstagvormittag vier "Scud-ähnliche" irakische Raketen nördlich von Kuwait-Stadt abgefangen. Es gebe bisher keine Hinweise auf den Einsatz chemischer oder biologischer Kampfstoffe durch die irakische Armee, hieß es.

Ein Sprecher des kuwaitischen Verteidigungsministeriums sagte, eine irakische Scud-Rakete sei gegen 10.40 Uhr (MEZ) in Nord-Kuwait eingeschlagen. US-Offiziere sprachen von zwei Scud-Raketen in Kuwait. Ein britischer Militärsprecher sagte allerdings, Irak habe nur eine Rakete abgefeuert, die aber von einer amerikanischen Patriot-Abwehrrakete abgeschossen worden sei. Opfer habe es nicht gegeben. In Kuwait sind etwa 150 000 amerikanische Soldaten stationiert. Für die Militärs wurde Alarm gegeben. Die Soldaten wurden aufgefordert, Schutzmasken aufzusetzen. Kurz darauf gab es aber Entwarnung.

Iraks Informationminister Mohammed Said el Sahaf erklärte indes vor Journalisten in Bagdad: "Ich habe Berichte gehört, dass wir Scud-Raketen auf Kuwait gefeuert hätten. Ich möchte ihnen sagen, dass wir keine Scud-Raketen haben, und ich weiß nicht, warum sie abgeschossen wurden."

Die Scud-Raketen sowjetischer Bauart haben eine Reichweite von 650 Kilometern und überschreiten damit deutlich die nach dem Golfkrieg von 1991 für den Irak erlaubten 150 Kilometer. Die Raketen könnten auch die Türkei, Zypern oder wie im vorigen Golfkrieg Israel treffen. Britischen Regierungsberichten zufolge hat Irak noch bis zu 20 dieser Raketen.

Unterdessen teilten nach Angaben des arabischen TV-Senders El Dschasira irakische Regierungsbeamte mit, dass bei den ersten Angriffen der Amerikaner am frühen Morgen in Bagdad auch Zivilisten getötet worden. Insgesamt war von zehn Toten berichtet worden. Eine Bestätigung aus anderen Quellen gibt es bislang nicht.

Der Militärschlag am frühen Morgen gegen 3.30 Uhr (MEZ) galt der irakischen Führungsspitze. Ob dabei der irakische Machthaber Saddam Hussein getroffen wurde, blieb vorerst unklar. Nach offiziellen irakischen Angaben wurde das Ziel verfehlt. Drei Stunden nach den Angriffen übertrug das irakische Fernsehen eine Ansprache Husseins. Dabei blieb offen, ob es sich um eine Live-Sendung handelte.

Nach CNN-Informationen war der Militärschlag noch nicht der Auftakt zu der geplanten großen Angriffswelle. Nach Angaben der britischen Regierung steht der Hauptangriff kurz bevor. Ein genauer Zeitpunkt wurde nicht angegeben.

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