Stundenlange Verspätungen - Bundesweit fielen sieben Flüge aus
Überraschender Warnstreik bei Deutscher BA

Wenige Tage nach dem Streik der Lufthansa-Piloten hat am Dienstag ein Warnstreik bei der Deutschen BA zu stundenlangen Verspätungen auf den großen Flughäfen der Bundesrepublik geführt. Wie eine Sprecherin der Fluggesellschaft in München mitteilte, mussten wegen des Ausstandes des Kabinenpersonals sieben Flüge abgesagt werden.

ap MÜNCHEN/STUTTGART. Die Lage normalisierte sich im Laufe des Vormittags. Bei dem nicht angekündigten Streik zwischen 06.00 und 08.00 Uhr ging es um die Verhandlungen zum Manteltarifvertrag, die derzeit laufen.

Die Flüge der Deutschen BA verspäteten sich im Durchschnitt um zwei Stunden. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi legten 140 der insgesamt 331 Flugbegleiter auf den Flughäfen in Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf und Köln die Arbeit nieder. Betroffen gewesen seien Flüge innerhalb Deutschlands und nach London, hieß es.

Der Streik sei überraschend gekommen, sagte die Sprecherin des Luftfahrtunternehmens, zumal Manteltarifverhandlungen gut vorankämen und bis Ende Mai abgeschlossen werden sollten. Mit einem weiteren Warnstreik rechne man nicht. Verdi begründete die Arbeitskampfmaßnahme damit, dass die Gespräche von Seiten des Arbeitgebers Anfang Mai zeitweise ausgesetzt worden seien. Die Beschäftigten befürchteten deshalb eine Einschränkung der bereits erzielten Ergebnisse.

Verbesserungen bei der Einsatzplanung gefordert

Bei den Manteltarifverhandlungen geht es um Arbeitsrahmenbedingungen wie Verbesserungen bei der Einsatzplanung, eine Begrenzung der reinen Flugzeit auf 85 Stunden im Monat und eine Neuregelung der freien Tage.

Seit März verhandelt Verdi mit der Deutschen BA über einen solchen Manteltarifvertrag, nachdem das Unternehmen bereits seit neun Jahren ohne tarifliche Bindung für die 340 Mitarbeiter im Bereich Kabinenpersonal fliegt. Die Verhandlungen wurden nach Darstellung der Gewerkschaft am 3. Mai von den Arbeitgebern "zeitweise ausgesetzt". Die Beschäftigten befürchten eine Einschränkung der bereits erzielten Ergebnisse.

Jan Kahmann, Verdi-Bundesvorstandsmitglied und verantwortlich für den Bereich Verkehr, forderte umfassende Verbesserungen bei der Einsatzplanung. Die reine Flugzeit müsse pro Monat auf 85 Stunden begrenzt werden. Ein Überschreiten dieser Grenze auf 89 Stunden solle sechsmal im Jahr möglich sein, jedoch nicht in aufeinander folgenden Monaten. Das Kabinenpersonal will für sich - analog zum Manteltarifvertrag für die Piloten - 132 freie Tage, unabhängig vom Jahresurlaub und den Ruhezeiten. Wenn Maschinen zu mehr als 75 Prozent ausgelastet sind, müsse ein vierter Flugbegleiter zum Einsatz kommen. Außerdem solle die Teilzeitquote für ältere Mitarbeiter auf 30 Prozent ausgeweitet werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%