Stundenlanger Schusswechsel vor Rathaus in Grosny
Anschlagserie in Tschetschenien

ap NASRAN. Tschetschenische Separatisten haben am Wochenende in einer Serie von Anschlägen in Grosny und anderen Teilen der abtrünnigen Kaukasusrepublik mindestens acht russische Soldaten getötet und zahlreiche verwundet. Am Sonntag griffen die Rebellen das Rathaus von Grosny an und lieferten sich stundenlange Schusswechsel mit dem Wachpersonal. Erst als russische Truppen zur Verstärkung anrückten, wichen die Separatisten zurück. Zwei russische Polizisten und zwei Angreifer seien getötet worden, meldete die Nachrichtenagentur ITAR-TASS unter Berufung auf Polizeikreise.

Am Samstag berichtete ein Mitglied der kremltreuen tschetschenischen Verwaltung in Gudermes von 27 Angriffen der Separatisten, zwölf davon seien auf militärische Kontrollpunkte und Gebäude in der Hauptstadt Grosny verübt worden. In Gudermes, der zweitgrößten Stadt Tschetscheniens, explodierte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax am Samstag eine Bombe. Ein Cafe wurde dabei zerstört, umliegende Gebäude beschädigt. Über Verletzte gab es zunächst keine Informationen.

Der tschetschenische Präsident Aslan Maschadow berichtete unterdessen von wachsenden Verlusten der russischen Truppen. `Immer mehr junge tschetschenische Freiwillige schließen sich uns an", sagte er in einem am Freitag aufgezeichneten Video. Er wies zudem russische Berichte zurück, laut denen er verwundet worden sei. Erst am Freitag hatte der russische Generalstabschef Anatoli Kwaschnin eine Änderung der Taktik bekannt gegeben. Demnach sollen in über 200 Städten der Region Militäreinheiten stationiert werden, die Rebellenangriffe aus dem Hinterhalt verhindern und die Sicherheit für die Bevölkerung verstärken sollen.

Im ersten Tschetschenienkrieg von 1994 bis 1996 hatten die tschetschenischen Separatisten die russischen Streitkräfte vertrieben und eine faktische Unabhängigkeit erreicht. Nach einer Reihe von Sprengstoffanschlägen in Russland, die Moskau den Rebellen zuschrieb, rückten die Streitkräfte im September 1999 wieder in die Kaukasusrepublik ein.

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