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Stuttgart an der Spitze - Hannover stürzt Wolfsburg

Der Hamburger SV hat Trainer Klaus Toppmöller beurlaubt, bei Borussia Dortmund kündigte Gerd Niebaum zum 14. November seinen Rücktritt als Vereinspräsident an: Die Fußball-Bundesliga sorgte für außerordentliche Schlagzeilen.

dpa DÜSSELDORF. Der Hamburger SV hat Trainer Klaus Toppmöller beurlaubt, bei Borussia Dortmund kündigte Gerd Niebaum zum 14. November seinen Rücktritt als Vereinspräsident an: Die Fußball-Bundesliga sorgte für außerordentliche Schlagzeilen.

Die HSV-Oberen zogen nach der bitteren 0:2-Heimpleite am 8. Spieltag gegen Rekord-Aufsteiger Arminia Bielefeld die Konsequenz aus dem Absturz des Traditionsclubs auf den letzten Tabellenplatz und schickten Toppmöller nach Hause. Dortmund stürzte durch die 0:2-Niederlage beim VfB Stuttgart in die Nähe der Abstiegszone. Die Schwaben lösten den VfL Wolfsburg, der mit 0:3 in Hannover verlor, als Spitzenreiter ab.

Sportlich bot der 8. Durchgang neue Kapriolen. Neuling FSV Mainz 05 feiert nach dem 2:1 gegen Meister Werder Bremen weiter Karneval, Rekord-Titelträger Bayern München verlor gegen Schalke 04 mit 0:1 und hat schon sechs Punkte Abstand zum VfB Stuttgart, dessen Trainer Matthias Sammer gegen seinen Ex-Club Borussia Dortmund dank der Tore von Andreas Hinkel und Cacau mit 2:0 die Oberhand behielt. Stuttgart bleibt damit weiterhin ungeschlagen.

Der VfL Wolfsburg dagegen kassierte im Niedersachsen-Derby bei Hannover 96 die zweite Saisonniederlage und musste die Tabellenführung an die Schwaben abtreten. Silvio Schröter (7.,64.) und Stendel ((90./+1) sorgten für das 3:0 der 96er. Mit 2:0 setzte sich Borussia Mönchengladbach im emotionsgeladenen "Kellerduell" dank des Doppel-Torschützen Oliver Neuville (53., 78.) gegen den 1. FC Kaiserslautern durch. Allerdings profitierte die Borussia von einem irregulären Treffer Neuvilles, der bei seinem ersten Tor den Ball mit der Hand über die Linie bugsierte.

Tore der Bielefelder Patrick Owomoyela und Delron Buckley sorgten beim HSV für die längst erwartete Zwangs-Demission Toppmöllers. Sein Nachfolger soll Regionalliga-Coach Thomas Doll werden. Mit solchen Aktionen müssen die Toppmöller-Kollegen Thomas Schaaf und Felix Magath derzeit zwar nicht rechnen. Doch für Double-Gewinner Bremen war das 1:2 in Mainz durch späte Gegentreffer von Niclas Weiland (83. Minute) und Benjamin Auer (90.) bereits die vierte Niederlage. Und die hoch gesteckten Erwartungen der Münchner erhielten mit dem 0:1 gegen Schalke durch Gerald Asamoahs Tor (76.) einen heftigen Dämpfer.

In Bremen wird, so Geschäftsführer Klaus Allofs, "über einige Dinge zu sprechen sein". Schaaf blieb eine banale Erkenntnis: "Man muss bis zur letzten Sekunde alles geben." Auch in München gerät der Hausfrieden in Schieflage, Nationaltorhüter Oliver Kahn appellierte nach der ersten Saison-Heimniederlage an den Ehrgeiz aller: "Das ist nicht der Anspruch, den wir an uns haben. Jeder einzelne Spieler muss begreifen, wo wir uns in der Tabelle befinden, da gehört der FC Bayern nicht hin." Jetzt müsse man "schnell schauen, dass wir auf Platz eins kommen, aber wir verlieren immer mehr an Boden." Magath warf seinen Spielern "insgesamt zu wenig Engagement" vor.

Schweren Zeiten gehen der VfL Bochum nach dem 0:1 gegen Hansa Rostock und der SC Freiburg (0:3 beim 1. FC Nürnberg) entgegen. Bochums 0:1 war das sechste VfL-Spiel hintereinander ohne Sieg. Nach dem Aus im Uefa - und DFB-Pokal sieht sich Trainer Peter Neururer mitten im Abstiegskampf: "Eine Krise sehe ich zwar noch nicht, aber uns fehlen die Punkte." Sieben sind es aus acht Spielen, ebenso wenig wie in Freiburg. "Das war heute kollektiv einfach nicht gut, da kann sich keiner rausnehmen", ärgerte sich Freiburgs Kapitän Richard Golz.

Für Hertha BSC war das 3:1 gegen Bayer Leverkusen durch Treffer der Brasilianer Gilberto und Marcelinho sowie Thorben Marx der erste Saison-Heimsieg. Hertha-Coach Falko Götz war erleichtert: "Das war nicht nur ein Sieg für Hertha BSC, sondern auch für das Publikum, das uns toll unterstützt hat." Sein Kollege Klaus Augenthaler schimpfte über "zu viele Stockfehler" und hielt "sehr große Enttäuschung" fest: "Wir haben uns mehr ausgerechnet."

Nun gehen alle drei deutschen Champions-League-Starter mit Niederlagen in den 3. Spieltag: Bayer tritt gegen AS Rom an, München muss mit der Hypothek des 0:1 gegen Schalke zu Juventus Turin reisen. Und auf Bremen wartet die Aufgabe beim RSC Anderlecht.

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