Stuttgart auf Schalke dem Sieg näher
Leverkusen wieder Spitze

Vergangene saison pfui, unter dem neuen Coach Klaus Augenthaler hui: Bayer 04 zeigt in dieser Saison wieder ein ganz anderes Gesicht. Das bekam auch der HSV zu spüren. Den ersten Dämpfer gab es dagegen für den FC Bayern. Ein kurioses Eigentor entschied das Spitzenspiel zwischen Dortmund und Bremen.

HB DÜSSELDORF. Noch vor wenigen Monaten zitterten sie sich zum Klassenverbleib, nun winkt ein goldener Fußball-Herbst. Weil die drei bisher führenden Teams aus Bremen, München und Stuttgart Federn ließen, eroberten die Profis von Bayer Leverkusen mit einem 1:0- Erfolg über den Hamburger SV die Tabellenspitze in der Fußball- Bundesliga zurück. Die wundersame Wandlung vom Problemfall zum Spitzenteam stimmte Spieler, Trainer und Vereinsführung euphorisch, verstellte aber nicht den Blick für die Realitäten. Erst nach den kommenden Spielen beim FC Bayern München und dem VfL Wolfsburg will Trainer Klaus Augenthaler eine genauere Standortbestimmung vornehmen: "Danach werden wir wissen, wo der Weg hingeht."

Dagegen blieb dem Titelfavoriten FC Bayern auch am fünften Spieltag der Platz an der Sonne verwehrt. Nach dem ersten Bundesliga- Treffer von Neuzugang Roy Makaay wähnte sich der Titelverteidiger schon am Ziel, wurde aber beim 2:3 in Wolfsburg binnen sechs Minuten aus allen Träumen gerissen. Drei Tore der Südamerikaner Fernando Baiano (11./83.) und Diego Klimowicz (89.) verdarben Karl-Heinz Rummenigge die Laune. Für die erste Saisonschlappe machte der Vorstandschef andere verantwortlich und drohte mit Konsequenzen: "Wir müssen unsere besten Spieler stets zu Länderspielen abstellen. FIFA - Präsident Blatter benutzt die Clubs, um seine Kasse zu füllen. Es kann auch einmal einen Streiks der Clubs bei der Abstellung geben."

Einziges Bundesliga-Team ohne Niederlage ist nun der VfB Stuttgart. Zudem stellten die Schwaben mit dem 0:0 beim FC Schalke einen neuen Startrekord auf: Noch nie überstand ein Team die ersten fünf Spieltage ohne Gegentor. Den Punktgewinn wertete Trainer Felix Magath als gutes Omen für den ersten Auftritt in der Champions League am Dienstag gegen die Glasgow Rangers: "Wenn wir in der Schalke-Arena punkten können, können wir es in Glasgow auch."

Ein Glücksfall in der Pechsträhne ersparte Borussia Dortmund weitere negative Schlagzeilen. Erst ein kurioses Eigentor des Bremer Abwehrspielers Valerien Ismael verhalf dem zuletzt leidgeprüften Revierclub zum 2:1. Nach dem Aus in der Champions League- Qualifikation, den Nachrichten über verletzte Leistungsträger und den unangenehmen Gesprächen mit den Profis über Gehaltkürzungen konnte auch Manager Michael Meier endlich mal wieder lächeln. "Wir waren uns darüber im Klaren, dass die Mannschaft die jüngste Diskussion in positive Energie umwandelt. Alle sind enger zuammengerückt."

Von entspannteren Gesichtszügen konnte bei Hertha-Trainer Huub Stevens nicht die Rede sein. Mit einem "Doppelpack" beendete Nationalspieler Fredi Bobic zwar die 374 Minuten währende Torflaute seiner Mannschaft, konnte aber die 2:3-Heimschlappe gegen Hannover 96 nicht verhindern. Noch immer wartet das selbst ernannte Spitzenteam auf den ersten Sieg. Neuzugang Bobic verglich die Situation mit der von Leverkusen in der vorigen Saison: "Bayer hat 30 Spieltage rumerzählt und am 34. erst gemerkt, dass sie drin sind. Wir stehen mitten im Abstiegskampf."

Wie Stevens muss auch Kurt Jara langsam aber sicher um seinen Job fürchten. Der schlechteste Bundesliga-Start der Hamburger seit 31 Jahren stellt nicht nur alle hochtrabenden Pläne des Liga-Cup- Gewinners, sondern auch die Arbeit des Trainers in Frage. Eine Diskussion über Jara wollte HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann jedoch auch nach dem unglücklichen 0:1 in Leverkusen nicht zulassen: "Über hypothetische Dinge reden wir nicht."

Der zu Saisonbeginn als Wackelkandidat gehandelte Falko Götz sitzt dagegen beim TSV 1860 München fester denn je im Sattel. "Wir freuen uns, dass wir die Kritiker jede Woche widerlegen können", sagte der Trainer nach dem 2:1 über den 1. FC Köln, der seinem Team den drittbesten Saisonstart nach 1966 und 1999 bescherte. Ähnlich groß war die Freude beim VfL Bochum über den 2:0-Erfolg in Rostock. Angenehmer Begleiteffekt: Der erste Saisonsieg ließ die Kritik über das unrühmliche Pokal-Aus beim Zweitligisten Jahn Regensburg verstummen.

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