Stuttgart enttäuscht erneut: Bremen behauptet Vorsprung

Stuttgart enttäuscht erneut
Bremen behauptet Vorsprung

Werder Bremen hat am 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga den Sieben-Punkte-Vorsprung vor Bayern München verteidigen können. Für den 1. FC Köln wird es immer schwerer, die Klasse zu halten.

HB BERLIN. Der SV Werder Bremen hat am 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga seine Spitzenposition verteidigt. Der Tabellenführer weist nach dem 2:0-Erfolg über Borussia Dortmund weiter sieben Zähler Vorsprung vor Verfolger Bayern München auf. Der Titelverteidiger kam am Samstag zu einem glanzlosen 2:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg. Während das Spitzenduo fehlerlos blieb, mussten die folgenden sechs Mannschaften Punktverluste hinnehmen.

Der VfB Stuttgart kam nicht über ein torloses Remis gegen den FC Schalke 04 hinaus, Bayer Leverkusen unterlag mit 1:3 beim Hamburger SV. Der VfL Bochum hatte beim 0:0 gegen Hansa Rostock Glück, dass Rostocks Stürmer Martin Max einen Foulelfmeter nicht verwandeln konnte.

Im Abstiegskampf kam 1860 München zu einem wichtigen 3:1-Auswärtssieg beim mittlerweile fast schon abgeschlagenen Schlusslicht 1. FC Köln. Eintracht Frankfurt konnte durch einen 3:1-Sieg über Borussia Mönchengladbach die Abstiegsplätze verlassen.

Werder Bremen - Borussia Dortmund 2:0 (0:0)

Vor 43.000 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion enttäuschten beide Mannschaften ihre Anhänger im ersten Spielabschnitt. Nach einer langweiligen ersten halben Stunde stellten die Akteure in den letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit ihre Arbeit ganz ein. Erst nach der Halbzeitpause wurde die Partie besser. In der 57. Minute erzielte Valerien Ismael, der im Hinspiel die 1:2-Niederlage Bremens durch ein Eigentor besiegelt hatte, einen Freistoß zur Führung der Gastgeber. Vier Minuten später machte Ailton mit seinem 20. Saisontor alles klar.

VfB Stuttgart - Schalke 04 0:0

Auch im zweiten Spitzenspiel taten sich beide Teams äußerst schwer. So mussten die 42.000 Zuschauer im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion bis kurz vor dem Seitenwechsel auf die erste nennenswerte Chance warten. Mit der Einwechslung der beiden Schweizer Offensivkräfte Hakan Yakin und Marco Streller, die in der Winterpause vom FC Basel nach Stuttgart kamen, wurde zumindest das Spiel der Gastgeber besser. Doch im Laufe der zweiten 45 Minuten wendete sich das Spiel. Schalke wurde wieder stärker und hatte durch Ebbe Sand in der 68. Minute die große Möglichkeit zur Führung. Doch der Kapitän der Gelsenkirchner lupfte den Ball nicht nur über Stuttgarts Torhüter Timo Hildebrand sondern auch am Tor vorbei.

Hamburger SV - Bayern Leverkusen 3:1 (3:1)

Leverkusens Trainer Klaus Augenthaler musste mit dem gesperrten Juan und dem verletzten Lucio gleich zwei Innenverteidiger ersetzen. Und Nico-Jan Hoogma nutzte die Umstellungen in der Gästeabwehr schnell aus. Bereits nach zehn Minuten erzielte der HSV-Kapitän nach einer Ecke die Führung für die Gastgeber. Sieben Minuten später konnten die Gastgeber gegen die in diesem Jahr weiter sieglosen Leverkusener nachlegen. Einen umstrittenen Foulelfmeter verwandelte der selbst gefoulte Mehdi Mahdavikia sicher zum 2:0.

Nach dem Rückstand wurde Bayer aggressiver, doch eine erneute Unaufmerksamkeit in der Abwehr sorgte für eine frühe Vorentscheidung. Nach einer Hereingabe von Mahdavikia brauchte Torjäger Bernado Romeo nur noch den Fuß hinhalten (36.). Selbst das erste Gegentor durch Bernd Schneider drei Minuten später konnte den HSV nicht schrecken. Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie. Lediglich eine Leverkusener Möglichkeit hätte noch für eine Ergebniskorrektur sorgen können.

Bayern München - VfL Wolfsburg 2:0 (1:0)

Die Bayern wollten den Eindruck des unglücklichen Remis gegen Real Madrid (1:1) schnell tilgen. Bereits nach elf Minuten nutzte Roy Makaay einen schnell ausgeführten Freistoß von Ze Roberto mit einem fulminanten Schuss aus 14 Metern zur schnellen 1:0-Führung. Anschließend verflachte die Begegnung. Bis zum Seitenwechsel konnte nur noch der VfL Wolfsburg eine große Möglichkeit verzeichnen. Dabei parierte Bayerns Schlussmann Oliver Kahn zwei Mal grandios gegen Wolfsburgs Angreifer Diego Klimowicz. Nach dem Seitenwechsel sorgte dann Bastian Schweinsteiger für klare Verhältnisse. Nach seinem dritten Saisontor in der 76. Minute lief der jüngste Bayern-Akteur das ganze Feld zurück, um zuerst mit dem ältesten Profi Oliver Kahn die Vorentscheidung zu feiern.

Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach 3:1 (2:0)

Eintracht Frankfurt bleibt in diesem Jahr weiter ungeschlagen. Durch den ersten Heimsieg in 2004 konnte der zum Abschluss der Vorrunde fast schon abgeschlagene Aufsteiger die Abstiegsplätze verlassen. Allerdings erhielt das Team von Trainer Willi Reimann viel Unterstützung durch die Gladbacher. Zunächst konnte Ervin Skela in der 16. Minute einen Freistoß aus gut 25 Metern im Gladbacher Tor unterbringen.

Knappe 90 Sekunden später bedankte sich Frankfurts Neuzugang Ioannis Amanatidis nach einem kapitalen Fehler von Gladbachs Torhüter Jörg Stiel mit dem 2:0. Der Schlussmann hatte der Leihgabe des VfB Stuttgart den Ball in die Beine gespielt, Amanatidis brauchte anschließend den Ball nur noch über Stiel hinweg ins Tor lupfen.

Zehn Minuten nach dem Seitenwechsel krönte Alexander Schur sein 100. Bundesligaspiel mit dem dritten Treffer für die Hausherren, bei dem Stiel erneut eine unglückliche Figur machte. Selbst das 1:3 durch Arie van Lent 16 Minuten vor dem Ende konnte die Kräfte der völlig enttäuschenden Borussen nicht mehr mobilisieren.

VfL Bochum - Hansa Rostock 0:0

Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge gegen den FC Hansa Rostock im Ruhrstadion konnte der VfL Bochum diesmal wenigstens einen Punktgewinn verbuchen. Doch beim 0:0 hatten die Hausherren viel Glück, dass Martin Max in der 25. Minute mit einem viel zu lässig getretenen Elfmeter an Bochums Schlussmann Rein van Duijnhoven scheiterte. Selbst als mit Thomas Rasmussen in der 56. Minute ein Rostocker des Feldes verwiesen wurde, konnte Bochum die numerische Überlegenheit nicht zum Sieg nutzen.

1. FC Köln - 1860 München 1:3 (0:3)

1860 München hat Aufsteiger 1. FC Köln weiter auf den Weg zur Zweiten Bundesliga geführt. Drei Tage nach Aschermittwoch sorgten die «Löwen» für einen weiteren Trauertag. Bereits zur Halbzeit stand eine Vorentscheidung durch Tore von Schroth (14. und 39.) sowie einem verwandelten Elfmeter von Benjamin Lauth (36.) fest. Carsten Cullmann hatte den überragenden Münchner Kapitän Schroth zuvor gefoult.

Doch nach dem Seitenwechsel stemmte sich das Team von Kölns Trainer Marcel Koller gegen die drohende 14. Saisonniederlage. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff traf Andrej Woronin zum 1:3. Und Köln drückte weiter, hatte aber nur noch einen Pfostenschuss zu verzeichnen.

SC Freiburg - 1. FC Kaiserslautern

Die letzten acht Mannschaften spielen an diesem Wochenende gegeneinander, und noch führen die Freiburger diese Gruppe als Tabellenelfter an. Aber das kann sich schnell ändern. Zwar kamen die Breisgauer am letzten Wochenende zu einem der insgesamt drei erzielten Auswärtspunkte in dieser Saison, aber wenn die Klasse sicher gehalten werden soll, müssen in jedem Fall die Heimspiele weiter gewonnen werden. Das gelang in dieser Spielzeit immerhin schon sieben Mal.

Die unter Trainer Kurt Jara wieder stärkeren Lauterer könnten mit einem Sieg bis auf einen Punkt an die Freiburger heranrücken. Von den letzten drei Spielen ging nur das in Bremen unglücklich verloren (0:1). Ein Sieg in Freiburg, und die Lauterer hätten auf der noch 13 Spiele andauernden Abschiedstournee von MIroslav Klose einen großen Schritt gemacht. Erster Anwärter auf den Platz des gesperrten Stefan Malz in der Dreierdeckung ist Lucien Mettomo.

Hannover 96 - Hertha BSC (beide Sonntag, 17.30 Uhr)

Beide Mannschaften gaben am Wochenende nicht wirklich ein gutes Bild ab. Hannover 96 rutschte nach der Niederlage in Rostock weiter in Richtung Tabellenkeller ab und müsste deshalb einen Heimsieg schaffen, um wieder gelassener an die kommenden Aufgaben herangehen zu können. Nur ein Punkt aus den letzten drei Spielen, das wird auf Dauer nicht genügen. Klub-Präsident Martin Kind fordert jedenfalls, dass die in der Winterpause neu verpflichteten Spieler (Xavier, Jaime, Svitlica, But) endlich einschlagen müssen. Das ist bisher nur dem US-Amerikaner Mathis gelungen.

Für Hertha BSC war die Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt ein herber Rückschlag, zumal in der Hauptstadt nach zwei Siegen in Folge zuvor die Wende eingeleitet schien. «Ich bin überzeugt, dass wir trotzdem den Klassenerhalt schaffen», sagte Hertha-Coach Hans Meyer noch am Donnerstag, fügte aber auch gleichzeitig hinzu, was dafür nötig ist: «Wenn wir weiterhin jedes zweite Spiel gewinnen, dann reicht es.» Ein Rätsel bleiben Meyer die Leistungen des Brasilianers Marcelinho. Die Hoffnung, dass der Brasilianer wieder zündet, hat Meyer deshalb aber noch lange nicht aufgegeben. Andreas Neuendorf darf nach abgesessener Sperre wieder mitspielen.

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