Stuttgart ist gegen eine Kürzung
Regionalbörsen uneinheitlich über Handelszeiten

Die Börse Düsseldorf ist für eine Verkürzung der Handelszeiten. Dafür habe sich der Börsenrat bereits am 11. Juni ausgesprochen, heißt es in einer am Montag verbreiteten Mitteilung des Börsenbetreibers. Voraussetzung sei allerdings, dass sich alle Börsen auf einen gemeinsamen Handelsschluss einigten.

vwd DÜSSELDORF/STUTTGART. Nach Meinung der Börse Düsseldorf käme ein einheitlicher Börsenschluss um 17.30 Uhr allen Marktteilnehmern deshalb zugute, weil ungewöhnliche Kurssprünge im Zusammenhang mit dem geringen Ordervolumen im Abendhandel dann wieder wegfielen.

Die boerse-stuttgart AG sieht dagegen aktuell keinen Grund für eine Handelszeitverkürzung. "Wir prüfen die entsprechende Anfrage der Frankfurter Wertpapierbörse, stehen dem Ganzen aber reserviert gegenüber", sagte am Montag Thomas Spengler, Sprecher der Stuttgarter Börse, zu vwd. Die Frankfurter Wertpapierbörse prüft derzeit eine Verkürzung der Handelszeiten von 20.00 Uhr auf 17.30 Uhr. Anders als Frankfurt, wo in erster Linie institutionelle Investoren Kunden sind, ist die Stuttgarter Börse auf Privatkunden ausgerichtet. Deshalb blieben 70 Prozent des Geschäfts auch in den Abendstunden stabil, begründete Spengler.

Den Angaben der Stuttgarter Börse zufolge entfallen rund 55 Prozent der Transaktionen auf den Derivatemarkt, der rein von Privatanlegern genutzt wird. Rund 15 Prozent der Transaktionen finden in Auslandsaktien statt, zwei Drittel davon sind US-Titel. "Dort geht der Handel überhaupt erst um 15.30 Uhr los", sagte Spengler. Ein nachlassendes Geschäft sei allenfalls bei Inlandsaktien (15 Prozent der Transaktionen) und im Rentenhandel (zehn Prozent) auszumachen. Auch die in Stuttgart ansässigen Makler hätten sich eindeutig gegen eine Handelszeitverkürzung ausgesprochen.

Während die Deutsche Börse eine deutschlandweit einheitliche Lösung bei den Börsenzeiten anstrebt, verweist man im Umfeld der Stuttgarter Börse auf den knallharten Wettbewerb zwischen den Standorten. Die Argumente aus Frankfurt seien zwar nachvollziehbar, aber nicht auf Stuttgart übertragbar. Offen hingegen sei man jedoch in der Frage des Feiertagshandels. Hier könne jederzeit über eine Reduzierung der Handelstage gesprochen werden.

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