Stuttgarter Arbeitsgericht will Urteil am 23. Juli verkünden
Streit um Überstunden bei Daimler-Chrysler vor Gericht

Das Stuttgarter Arbeitsgericht will am 23. Juli im Rechtsstreit um verfallene Überstunden in der Hauptverwaltung von Daimler-Chrysler ein Urteil verkünden. Dies kündigte der Richter am Donnerstag nach der mündlichen Verhandlung an. In dem Gerichtsverfahren wollen der Betriebsrat und die IG Metall erreichen, dass entsprechende Betriebsvereinbarungen zur Arbeitszeit von der Konzernleitung eingehalten werden.

ap STUTTGART. Jens Herbst von der Gewerkschaft bekräftigte, jedes Jahr würden in der Stuttgarter Konzernzentrale 750 000 unbezahlte Überstunden verfallen. Damit könnten bis zu 500 neue Stellen geschaffen werden. Ferner sei die tägliche Höchstarbeitszeit von zehn Stunden oft nicht eingehalten worden. Die Arbeitnehmer seien in einer unterlegenen Situation.

Die Betriebsvereinbarungen für die rund 12 000 betroffenen Mitarbeiter sehen den Angaben zufolge vor, dass die Beschäftigten ihre tägliche Arbeitszeit bis zu zehn Stunden zwischen sechs und 19 Uhr frei bestimmen können. In der einen Vereinbarung darf die monatliche Soll-Zeit von 30 Stunden und in der anderen die jährliche Soll-Zeit nicht um 100 Stunden überschritten werden. Die IG Metall will erreichen, dass der Autobauer bei Verstößen gegen die entsprechenden Vereinbarungen ein Zwangsgeld zahlen muss.

In einer Erklärung von Daimler-Chrysler hieß es, dass Unternehmen habe den Rechtsstreit von Anfang an bedauert. Die Gleitzeitregelungen würden unter den Beschäftigten hohes Ansehen und Akzeptanz genießen, weil sie den Mitarbeitern große Freiräume gebe. Daimler-Chrysler habe in den vergangenen Jahren jeweils mehrere tausend Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen. "Auch für das Jahr 2001 erwarten wir für Deutschland eine stabile Beschäftigungssituation, sogar einen leichten Zuwachs." Ein gütliche Einigung in dem Rechtsstreit war Ende Januar gescheitert.

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