Stuttgarter wollen Index-Zulassung gerichtlich erzwingen
Börse wehrt sich gegen Porsche-Klage

Die Deutsche Börse hat dem Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche im Streit um die Veröffentlichung von Quartalsberichten die Missachtung europäischer Standards vorgeworfen.

HB/dpa FRANKFURT. Porsche hatte am Montag angekündigt, sich in die Börsenoberliga "Prime Standard" einklagen zu wollen, in der diese Berichte Pflicht sind. "Mit der Klage stemmt sich Porsche gegen weltweit anerkannte Standards zum Anlegerschutz", sagte Börsen-Manager Axel Nawrath am Dienstag in Frankfurt.

Der Sportwagen-Hersteller weigert sich beharrlich, vier Mal im Jahr über den Geschäftsverlauf zu berichten. Dadurch bleibt Porsche aber auch der Weg in den Deutschen Aktienindex (Dax) versperrt. Dieser steht nur Aktiengesellschaften mit einer Zulassung für den "Prime Standard" offen. Diese Zulassung will das Unternehmen gerichtlich erzwingen, ohne Vierteljahresberichte veröffentlichen zu müssen. Diese führten zu einem Anlegerverhalten, das sich an kurzfristigen Gewinnen orientiere, warnen Kritiker.

Porsche könne sich nicht als einziges Unternehmen über die Regeln hinwegsetzen, die dem Anlegerschutz dienten, argumentiert die Börse. Ein Verzicht auf Quartalsberichte, wie ihn Porsche fordert, wäre ein Rückschritt für den europäischen Finanzmarkt. Auch die Europäische Kommission wolle schließlich alle börsennotierten Unternehmen zu Vierteljahresberichten verpflichten.

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