Stuttgarts neuer Trainer Sammer wird schon kurz nach Dienstantritt mit vielen Personalfragen konfrontiert
Zwischen Umzug und Umbau

Matthias Sammer steht zwischen Umzugskisten und hält sich das Mobiltelefon ans Ohr. Den Umzug von Dortmund nach Stuttgart muss seine Frau Karin fast im Alleingang bewältigen.

STUTTGART. Im Kopf des neuen Trainers des Fußballbundesligisten VfB Stuttgart schwirren andere Gedanken herum. Die Mannschaft wird umgebaut, von MagathNachfolger Sammer und Präsident Erwin Staudt, der in der Toskana Urlaub macht. Die Telefonleitung zu Sammer und dem neuen Manager Jochen Schneider steht.

Staudt will die Marke VfB stärken. "Die Jugend und der Nachwuchs haben uns geprägt und bekannt gemacht. Das wollen wir weiter machen", sagt er. Doch die Mannschaft soll langfristig oben mitspielen. Dabei kann der Plan des eigenen Jugendinternats nur bedingt helfen. Nun müssen die Stuttgarter, die sich am letzten Spieltag um die Chance brachten, die ChampionsLeague-Qualifikation zu bestreiten, eine Mannschaft zusammenstellen, die sich unter den besten fünf Teams der Liga behaupten kann.

Der Schweizer Nationalspieler Marco Streller brach sich im EM-Vorbereitungstraining das Bein und fällt ein halbes Jahr aus. Nun kursieren die Namen Jan Koller von Sammers ehemaligem Klub Borussia Dortmund sowie Zlatan Ibrahimovic (Ajax Amsterdam) in der Klubzentrale in Bad Cannstatt.

Der bisherige Fanbeauftragte Günther Schäfer, der gemeinsam mit Sammer 1992 den Meistertitel für den VfB gewann, soll neben Krassimir Balakow einer der Assistenztrainer werden. Der brasilianische Abwehrchef Marcelo Bordon wird wohl schon diese Woche endgültig ein Schalker. Schalkes Manager Rudi Assauer will die Verhandlungen in den nächsten Tagen abschließen. Die Ablösesumme von rund drei Millionen Euro werden die Stuttgarter in einen neuen Abwehrspieler investieren müssen.

Mit Bordons Abgang haben sich die Schwaben abgefunden, nicht aber damit, dass auch Torwart Timo Hildebrand den Verein zu verlassen droht. Seit Oliver Kahn in München Fluchtgedanken äußerte (Manchester United soll an ihm interessiert sein), wird Hildebrand als sein Nachfolger gehandelt. Er hatte sich zuletzt geweigert, seinen bis 2005 laufenden Vertrag in Stuttgart vorzeitig zu verlängern. Sammer und Staudt werden es kaum wagen können, nach Magath auch noch Hildebrand an die Bayern zu verlieren. Heftiger Fanprotest wäre sicher, und der Kredit für den Neuanfang wäre mit einem Schlag restlos verspielt.

Die Erwartungen an Sammer sind hoch, er steckt schon mitten in den Saisonvorbereitungen. Die Umzugskisten müssen andere schleppen.

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