Substanz imitiert Gendefekt
Neue Klasse von Aidsmedikamenten wird getestet

Ein US-Pharmaunternehmen testet eine neue Aids- Therapie an HIV-Infizierten, die das Virus am Eintritt in weitere Abwehrzellen hindern soll.

dpa HAMBURG. Die Substanz imitiert einen Gendefekt, der sich bei einigen Menschen als möglicher Schutzmechanismus vor Aids erwiesen hat. Welche Erfolgsaussichten diese Strategie hat, steht noch nicht fest, heißt es in der in dieser Woche bereits am Dienstag erschienenen Wochenzeitung "Die Zeit".

Forscher hatten beobachtet, dass manche Menschen mit defekten Kopien des Gens CCR5 weniger empfänglich für Aids sind. Ihnen fehlt ein Protein auf der Oberfläche der Immunzellen, mit dessen Hilfe Aids-Viren in die Zellen gelangen. Hoffnung auf einen HIV-Schutz gibt es nach den Worten des Aids-Mitentdeckers Robert Gallo jedoch nur für Menschen, die von beiden Elternteilen ein mutiertes CCR5-Gen geerbt haben.

Das Medikament SCH-C soll nun die Funktion des normalen CCR5- Moleküls blockieren und so den Aids-Viren den Eintritt verwehren. Es ist dem Bericht zufolge bereits an gesunden Probanden getestet worden. Noch im Oktober wolle der US-Pharmakonzern Schering-Plough in den USA Tests an HIV-Infizierten beginnen, eine entsprechende Testreihe in Frankreich sei bereits angelaufen, hieß es. Im Mai hatten Forscher im britischen Wissenschaftsjournal "Nature" berichtet, dass im besonders stark unter Aids leidenden Afrika die CCR5-Mutationen in der Bevölkerung langsam zunehmen.

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