Suche nach Alternativen zum Brandenburger Tor
Merkels Kritik zeigt bei Obama Wirkung

Nun wird es Obama offenbar zu kompliziert. Nach den Querelen um seine mögliche Rede vor dem Brandenburger Tor erwägt das Wahlkampf-Team des Demokraten nach Handelsblatt-Informationen, von einem Auftritt an dem symbolträchtigem Ort abzusehen.

ink/HB BERLIN. Die anhaltende Kritik des Kanzleramtes an einer Rede des US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama vor dem Brandenburger Tor zeigt Wirkung: Nach Informationen des Handelsblattes erwägt das Obama-Team nun, auch einen anderen Ort in der deutschen Hauptstadt für einen öffentlichen Auftritt zu suchen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, heißt es. Seit Tagen hatte es Debatten gegeben, ob das Brandenburger Tor der richtige Platz sei.

"Aus deutscher Sicht ist es nicht der richtige Ort für eine Rede von Obama", sagte Jan Techau von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) dem Handelsblatt. "Es wirkt doch etwas deplaziert, diesen besonderen Ort, an dem nur sehr wenige bisher überhaupt gesprochen haben, für einen noch nicht gewählten Kandidaten aus den USA zur Verfügung zu stellen – egal wie groß die Hoffnung und die Euphorie sich mit ihm als Kandidaten verbinden." Obama sollte sich diesen Ort für später aufheben, und dort als Präsident das Signal für die neuen transatlantischen Beziehungen geben.

Obama hatte mit seinen Auftrittsplänen in Berlin auch Zwist zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier ausgelöst. CDU-Chefin Merkel äußerte ihr Befremden über Pläne einer Rede am Brandenburger Tor. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Steinmeier sprach dagegen von einer bemerkenswerten Geste. Das Brandenburger Tor sei nun einmal auch ein Zeichen der Verbundenheit mit dem amerikanischen Volk. Der Auftritt sei aus Sicht von Steinmeier ein Ausdruck der „lebendigen deutsch-amerikanischen Freundschaft“.

Steinmeier fürchtet zudem, dass Obama aufgrund der aktuellen Debatte von einem Deutschlandbesuch abgeschreckt werden könnte: „Die Amerikaner haben entscheidend zur Rettung der Stadt Berlin beigetragen, drum sollten wir ihnen auch ermöglichen, an historischen Stätten wie dem Brandenburger Tor aufzutreten“, sagte er der „Frankfurter Rundschau“.

Pikant wurde der Fall noch dadurch, dass auch der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit mit von der Partie ist. Trotz des innenpolitischen Streits machte sich Wowereit weiter stark für eine Rede Obama am Brandenburger Tor. Er würde sich freuen, wenn Obama „Berlin als Plattform nutzt, um eine bedeutende Rede zu halten“, sagte der SPD-Politiker. Das zuständige Bezirksamt Berlin-Mitte hat einem Bericht zufolge den Platz bereits für Obama reserviert.

Der Senat werde den Auftritt unterstützen, ihn aber nicht organisieren, sagte Wowereit der „Berliner Zeitung“: „Die Veranstaltung muss vaber on den Amerikanern gemacht werden.“ Doch ob genau das stellt Obamas Team vor ein weiteres Problem. Für die Anmeldung der Veranstaltung wollte sich auch auf amerikanischer Seite bislang niemand zur Verfügung stellen.

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