Suche nach Beweisen zu Pinochet-Diktatur
Polizeirazzia in der Colonia Dignidad in Chile

afp PARRAL. Die chilenische Polizei hat am Freitag die Deutschensiedlung Colonia Dignidad nach Beweisen für eine Verbindung zur Militärdiktatur unter Augusto Pinochet durchsucht. Nach Angaben des chilenischen Innenministeriums waren die etwa 50 Polizisten mit Ausgrabungsgerät und elektronischen Spürsystemen für unterirdische Bauten ausgerüstet. Sie handelten im Auftrag des Sonderermittlers Juan Guzmán Tapia, der 170 Anzeigen gegen den früheren Ex-Diktator nachgeht. Der Sekte wird vorgeworfen, während der Militärdiktatur 1973 bis 1990 mit dem chilenischen Geheimdienst DINA zusammengearbeitet zu haben. Oppositionelle sollen in die Siedlung verschleppt und zu Tode gefoltert worden sein.

Die Colonia Dignidad wurde 1961 von dem Deutschen Paul Schäfer mit 300 Getreuen in den Anden 400 Kilometer südlich von Santiago gegründet. Im März 1977 berichtete die Menschenrechtsorganisation amnesty international von Folter in der "Siedlung der Würde". Mehrere geflohene Bewohner bestätigen dies: Sie berichten von körperlicher und psychischer Abhängigkeit der Sektenmitglieder, von täglich 16-stündiger Zwangsarbeit, von Misshandlungen. Schäfer soll auch Kinder sexuell missbraucht haben. Seit 1996 hält er sich wegen eines entsprechenden Ermittlungsverfahrens versteckt.

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