Suche nach Bin Laden geht weiter
Taliban-Söldner leisten erbitterten Widerstand

Vor allem Hunderte auf Seiten der radikal-islamischen Taliban eingesetzte arabische Kämpfer hätten sich am Sonntag bei Gefechten auf den Flughafen von Kandahar seinen Verbänden entgegen gestellt, sagte am Sonntag ein Sprecher der paschtunischen Milizen des früheren Gouverneurs von Kandahar, Gul Aga Schersai.

Reuters KABUL/QUETTA. Gleichzeitig bauten die US-Verbände ihren Feldflugplatz bei Kandahar weiter aus, ohne sich jedoch am Vorrücken auf die letzte Taliban-Hochburg zu beteiligen.

Ein Sprecher der Anti-Taliban-Kämpfer, Chalid Paschtoon, sagte Reuters per Satelliten-Telefon: "Die Araber kämpfen wirklich. Sie wissen, dass sie nichts zu verlieren haben. Sie kämpfen bis zum Tod." Die Araber gehören zu Kämpfern des moslemischen Extremisten Osama bin Laden, den die USA für die Anschläge vom 11. September verantwortlich machen. Taliban-Chef Mullah Mohammad Omar hat angekündigt, Kandahar werde bis zum letzten Atemzug verteidigt. In Kandahar werden tausende Taliban-Kämpfer vermutet. Anti-Taliban-Milizen sind nach eigenen Angaben bis auf 25 Kilometer auf das Stadtzentrum vorgerückt.

Bei den US-Bombenangriffen auf den Flughafen Kandahars wurden nach Taliban-Angaben 13 Zivilisten getötet, wie die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP meldete. Auch die von den Taliban gehaltene Stadt Spin Boldak an der Grenze zu Pakistan wurde bombardiert. Bei US-Luftangriffen in der Nähe der ostafghanischen Stadt Dschalalabad wurden nach örtlichen Angaben in der Nacht zum Sonntag 20 Zivilisten getötet und 18 verletzt. Es seien Ziele im Bezirk Agam rund 38 Kilometer südlich von Dschalalabad angegriffen worden, hieß es. Unabhängige Bestätigungen für diese Angaben gibt es nicht.

Auf dem von den USA eingerichteten Wüstenflugplatz in Südafghanistan sind nach Angaben eines Sprechers der US-Streitkräfte auch Verbindungsoffiziere aus Deutschland, Großbritannien und Australien tätig. Das Bundesverteidigungsministerium dementierte jedoch, dass sich ein Offizier der Bundeswehr auf dem US-Stützpunkt in Afghanistan aufhält.

Im Osten Afghanistans ging derweil die Suche nach Bin Laden weiter. Der Moslem-Extremist soll sich nach US-Angaben in der Höhlenfestung Tora Bora nahe Dschalalabad versteckt halten. Der Außenminister der Nordallianz, Abdullah Abdullah, sagte jedoch, Bin Laden sei nicht in Tora Bora, sondern befinde sich in Südafghanistan auf der Flucht. Dort wolle er einen Guerillakampf vorbereiten.

In Nordafghanistan traf ein Vorauskommando der französischen Streitkräfte ein. 58 Marine-Infanteristen seien am späten Samstagnachmittag in Masar-i-Scharif eingetroffen, um dort den Flughafen zu sichern, teilte das Verteidigungsministerium in Paris am Sonntag mit.

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