Suche nach Übernahmekandidaten
Stinnes fährt weiter wachsende Gewinne ein

Nach zwei Rekordjahren in Folge ist die Stinnes AG auch im ersten Quartal 2001 wie erwartet mit deutlichen Zuwächsen gestartet.

vwd MÜLHEIM. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sei um 53,3 % auf 78,3 Mill. Euro gestiegen, sagte der Vorstandsvorsitzende, Wulf H. Bernotat, am Mittwoch in Mülheim. Bereinigt um den verkauften Baustoffbereich habe der Anstieg 23,8 % betragen. Für 2001 bekräftigte Bernotat seine Prognose, dass das EBIT um mindestens 25 % und der Umsatz um wenigstens 10 % steigen werde. Das Wachstum werde jedoch unter dem des ersten Quartals liegen. Die Stinnes-Aktie legte daraufhin leicht zu.

Der Logistikkonzern ist nach den Angaben von Bernotat weiter auf der Suche nach geeigneten Übernahmekandidaten. Nach Prioritäten geordnet wolle sich Stinnes in folgenden Bereichen verstärken: im Logistikgeschäft in den USA, im Transpazifikgeschäft und im europäischen Landverkehr. Auch das Thema E-Commerce sei noch aktuell bei Stinnes, auch wenn die allgemeine Euphorie hier etwas nachgelassen habe. Momentan werde an sechs neuen Projekten gearbeitet, sagte der Vorstandsvorsitzende. In der Sparte Verkehr betreibe der Konzern eine Internet-Plattform für Logistikdienstleistungen, bei der er mit 15 Partnern zusammenarbeite.

Der Anstieg des Außenumsatzes um 6,9 % auf 3,2 Mrd Euro in den Monaten Januar bis März sei auch auf die Akquisition der Holland Chemical International (HCI) im vergangenen Jahr zurückzuführen, führte Bernotat aus. Diese habe mit 385 Mill. Euro zum Außenumsatz der im MDax notierten Eon-Tochter beigetragen, weiter mit 12,2 Mill. Euro zum EBIT und mit 6,4 Mill. Euro zum Betriebsergebnis. Das Konzernergebnis sei auch auf Grund von Buchgewinnen aus dem Verkauf des Hotels Nassauer Hof um 97,4 % auf 71,9 Mill. Euro gestiegen.

Breites Kundenportfolio

Bei Außenumsatz und Konzernüberschuss lag Stinnes im Rahmen der Erwartungen von Analysten, bei EBIT und Vorsteuerergebnis leicht darüber. An der Börse legte die Aktie gegen 16.00 Uhr um 1,5 % auf 26,49 Euro zu, während der MDax insgesamt um 0,5 % nachgab. Der erfolgreiche Start des Unternehmens ins neue Jahr sei weniger vom konjunkturellen Umfeld begünstigt gewesen als in der Vergangenheit, erläuterte Bernotat. Mit den drei Geschäftsbereichen Verkehr (Schenker), Chemie (Brenntag) und Werkstoffe (Stinnes Intertec) verfüge man aber über ein breit angelegtes Kundenportfolio, was Stinne gerade in schwierigen Zeiten zugutekomme.

Zum Teil profitiere das Unternehmen sogar von der schwächeren Konjunktur, weil viele Firmen ihre Logistik-Aktivitäten in diesen Phasen verstärkt auslagerten, sagte Bernotat. Hier gebe es auch noch ein hohes Potenzial: Großbritannien sei mit einer Outsourcing-Quote von 40 % der Vorreiter; in Deutschland wie auch im europäischen Durchschnitt betrage diese Quote erst 27 %. Noch größeren Nachholbedarf machte Bernotat in den USA aus, wo die Unternehmen erst 20 % ihrer Logistik ausgelagert hätten. Das weltweite Marktvolumen der Logistik liege laut Studien bei einer Bill Euro.

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